Nach dem gestrigen 100% Regentag schien heute früh wieder ganz freundlich die Sonne und wir sind gut gelaunt in den Shinkansen Richtung Fuji gestiegen.
Nach knapp 2,5 Std. Fahrt waren wir in Shin-Fuji und haben sogar kurz vor Ankunft aus dem Zug noch den Mount Fuji sehen können. Was für eine Freude, denn diese uneingeschränkte Sicht gibt es immerhin nur an ca. 60-80 Tagen im Jahr. Mit anderen Worten: was für ein Glück wir scheinbar hatten, schon bei Ankunft und vor allem im Juni eine freie Sicht zu haben.
Der erste Gang führte uns dann zur Mietwagen-Station. Frank hatte ganz kurzentschlossen vor Abreise in Deutschland noch die notwendige Führerschein Übersetzung beauftragt, die wir dann (schon in Tokio) bei einem 7-Eleven ausdrucken konnten. Es war ein bisschen spannend, denn hier gilt Linksverkehr und es ist doch etwas gewöhnungsbedürftig.
Aufgrund des guten Wetters haben wir uns direkt den vorletzten Punkt von Niks‘ „Bucketliste“ vorgenommen und haben den Arakura Fuji Sengen Schrein angesteuert. Dafür mussten wir quasi einmal zur Hälfte um den Fuji herumfahren und konnten mal wieder beobachten, wie schnell sich das Wetter in der Höhe ändern kann. Es hatte sich nämlich zugezogen, aber mit ein bisschen Geduld klarte es nochmal auf, wenn auch der blaue Himmel fehlte.
Kleiner Fun Fact: wir hatten eigentlich den offiziellen Parkplatz ins Navi eingegeben, doch es erwartete uns ein Wirrwarr aus kleinen Sträßchen und so ziemlich jeder Anwohner, der ein kleines Stückchen Fläche hatte, buhlte um die Gunst der Touristen, ihren Parkplatz zu nehmen. Wir fühlten uns sehr an ein Erlebnis genau dieser Art in Vietnam erinnert. Der eigentliche, offizielle Parkplatz war so gut wie leer. Es war allerdings auch nicht so sehr viel los. Das sieht zur Kirschblüten-Zeit wahrscheinlich ganz anders aus.
Danach haben wir uns mit Spannung aufgemacht, unser nächstes Übernachtungsziel anzusteuern: Mount Fuji Glamping Villa Kawaguchiko. Als wir ankamen, war die Ernüchterung groß. Wir haben uns eigentlich nur schlapp gelacht und konnten nicht glauben, was hier scheinbar als „Glamping“ durchgeht: auf einem großen Schotterplatz stehen 15 Wohncontainer (immerhin mit kleiner Terrasse) in zwei Reihen an einer Kreuzung mitten in einer Wohnsiedlung (unser steht wenigstens in zweiter Reihe und nicht direkt an der Straße). Check-in läuft komplett digital, einen Menschen sieht man hier nicht. Es gibt auch nur einen weiteren bewohnten Container, ansonsten ist hier nix los. Was ein Reinfall, doch als hätten wir es geahnt, haben wir nur zwei Nächte gebucht. ABER: wir können endlich einmal einfach draußen sitzen. Morgen werden wir eh den ganzen Tag unterwegs sein, also tragen wir es mit Fassung und machen das Beste draus.

