Leider war der CP im Sundgau bei Altkirch nicht besonders schön, etwas runtergekommen und wenig gepflegt. Von daher war schnell klar, dass wir dort nicht lange bleiben werden. Aber für zwei Nächte haben wir uns eingebucht. Der Tourismusverband der Region hat sich richtig Mühe gegeben, seine Gegend schmackhaft zu machen. Sie haben wirklich tolle Radrouten für alle Arten von Fahrrädern ausgearbeitet und auf Papier sowie digital bei Komoot zur Verfügung gestellt. Das haben wir natürlich gewürdigt und haben uns eine schöne Graveltour : „Durch das Land der Teiche und das Tal der Largue“ rausgesucht. Am Ende waren es knapp 60 km mit 676hm.
Als nächstes Ziel hatten wir uns nach einigem Hin und Her auf die Region um den Kaiserstuhl geeinigt. Auf dem Weg dahin und nach einem kurzen Zwischenstopp bei einer französischen Bäckerei kurz vor der Grenze, sind wir dann durch ein Schild auf Bad Bellingen aufmerksam geworden. Der Ort ist damit verbunden, dass meine Eltern schon vor vielen Jahren erstmalig und dann immer wieder dort Urlaub gemacht haben. Den CP hatte ich von früheren Besuchen dort noch positiv in Erinnerung. Also: spontan ein neues Ziel bestimmt.
Der CP „Lug ins Land“ ist mittlerweile nicht mehr so klein, wie er in meiner Vorstellung war. Aber trotzdem schön und somit stand schnell fest, dass wir hier bis zum letzten Tag bleiben werden. Von hier aus ist die Rückreise locker in einem Tag zu schaffen, auch wenn wir nur 90 km/h fahren.
Jetzt ist der letzte Abend, in den Tagen hier sind wir gewandert (kurz), Gravelbike gefahren (lang & weit), haben Golf gespielt (auf einem Platz der eigentlich unspielbar war aufgrund der langen Trockenheit), sind durch den Barfußpark im Kurpark gelaufen und sind – kurz vor Ende – doch noch richtig in Urlaubsstimmung gekommen. Hier unsere Impressionen aus Bad Bellingen:
Drei Länder BrückeMit dem Rad zum GolfplatzDer vorletzte Sonnenuntergang hierDer letzte Sonnenuntergang hier
Wir hatten zufallig den Kompass Wanderführer vom Schweizer Jura in der Bibliothek gesehen und ausgeliehen. Die Wanderungen darin klangen gut, auch wenn es nicht in das ganz hohe Gebirge geht. Wir haben uns einen der dort aufgeführten CP ausgesucht, einen kleinen Platz hinter Délemont auf einem Plateau im Ort Rebeuvelier. Mitten im Nix, einfacher Platz, viel Landschaft drumherum.
Eigentlich war Zermatt unser Ziel, aber da wir nicht wussten, wann genau wir wegen der Trauerfeier für Markus zurück sein wollten, haben wir nicht den schnellen Weg in den Süden gesucht. Erschwerend kam hinzu, dass wir mit dem WoMo nicht für eine Fahrt durch den Lötschbergtunnel verladen konnten: zu hoch und zu breit. Alternativ hätten wir in einem weiten Bogen um die Berge herum fahren müssen, dazu war uns aber nicht. Aber das (der?) Jura ist auch sehr schön. Wir haben uns für den nächsten Tag direkt eine Wanderung um den Hausberg herausgesucht. Schöne Tour, tolle Ausblicke auf die entferntesten viertausender Berge (Mönch, Eigner …). Rast mit Rösti bei einem Berggasthof, Kühe mit Glocken. Klischee erfüllt. Am Ende, weil wir länger nicht mehr gewandert sind, waren wir nach den 16km und 870hm recht kaputt.
Drauf geschissenUps, da haben wir uns (fast) vertan). Aber leckerBlick auf den CP
Deswegen am nächsten Tag: Nix, also fast nix. Wir haben das ÖPNV Ticket genutzt und sind mit Bus und Bahn durch die Gegend gefahren. Waren kurz in Délemont und sind mit der Jura Bahn bis hoch nach Saignelégier gefahren. War ok, aber nicht besonders spannend.
DelemontUnser Outdoorkino
Eigentlich sollte das nach drei Nächten unser letzter Tag auf dem Campingplatz gewesen sein. Aber es war so schön dort, dass wir am Mittwochmorgen spontan entschieden haben, noch eine Nacht zu bleiben. Mittlerweile wussten wir auch, dass unsere Heimreise am 7.10. sein sollte. Somit stand fest, dass wir nicht großartig weiter in den Süden fahren würden.
Wir haben dann den Tag genutzt und sind zu einer Tour mit den Bikes aufgebrochen, wieder um den Hausberg, aber diesmal auf anderen Wegen. Sehr schön, mit knackigem Anstieg zum Schluss.
Auf gehts, wenn es denn sein mussGeschafft!Abendliche Boule Runde
Als nächstes Ziel hatten wir uns die Gegend um die Drei Seen Bieler , Murten und Neuchâtel ausgesucht. Das waren eigentlich nur ein paar Kilometer.
Am Ende wurden daraus schlappe 220km, weil wir dort überhaupt keinen Platz gefunden haben, der uns zugesagt hat. Die Campingplätz dort waren übervoll mit Dauercampern, ein paar wenige Touristenplätze lagen versteckt und wenig attraktiv am Rande der Plätze. Wir haben uns mit dem schweren WoMo die Berge mit bis zu 14% Steigung und Gefälle hoch- und runtergequält, um am Ende ca. 50km entfernt von unserem Startpunkt in der Schweiz in Frankreich in Altkirch im Sundgau zu landen.
Heute, zwei Tage vor Ende, kommen wir endlich dazu, unseren Blog aus diesem Urlaub zu befüllen und haben endlich die Muße, um die Erinnerungen festzuhalten
Die ersten Tage fühlte sich der Urlaub auch noch nicht wirklich wie einer an.
Bei der ersten Wanderung im Schweizer Jura kam dann doch so etwas auf wie Urlaubsgefühl. Aber der Reihe nach:
Losgefahren sind wir am Donnerstag nach der Arbeit und haben es wie geplant bis Deidesheim geschafft. Den Stellplatz beim Weingut Erben Gießen haben wir im Vorfeld gebucht. Das war auch gut so, denn in der Pfalz ist Ende September der Weine wegen viel los. Wir haben Bekannte besucht, die wir von den letzten beiden Clouliner Treffen kennen. Hans & Renate haben ein tolles Haus in der Deidesheimer Altstadt und wir hatten einen wunderbaren Abend mit leckerem Essen und guten Wein.
Nach einem kurzen morgendlichen Spaziergang durch Deidesheim ging es weiter zum nächsten Zwischenstopp: Freiburg. Nachdem wir beide festgestellt hatten, dass wir beide dort noch nie waren wurde die Stadt in die Reise eingebaut! Wir sind ewig durch die Altstadt gelaufen, waren auf dem Schlossberg und am Ende gab es noch die chillige Silentdisco im Rahmen eines kleinen Festes in der Schneckenvorstadt.
Der Stellplatz an der Messe ist wirklich nur was zum Übernachten, weder ruhig noch schön. Aber zweckmäßig und gut mit der Tram zu erreichen.
Nach einer relativ guten Nacht ging es weiter nach Basel. Viele Möglichkeiten, dort mit dem Wohnmobil zu stehen gibt es nicht. Wir haben den Campingplatz „Camping Waldhort“ im Vorort Reinach gefunden. Dort wurden wir mit Gästekarte und – damit verbunden – einem Ticket für den ÖPNV ausgestattet. 45min hat es gebraucht, bis wir in der Altstadt waren. Rumgeschlendert, Kaffee getrunken, schöne neue Ecken entdeckt, weiter rumgeschlendert, Abend gegessen, zurück zum CP.
Der vorletzte Tag war ein sehr nasser. Wir haben bei strömenden Regen aus dem Apartment ausgecheckt und haben unsere Rundreise um den Fuji mit der Rückgabe des Mietwagens in Shin-Fuji abgeschlossen. In Summe sind wir mit dem Mietwagen 340km gefahren. Überraschung beim Tanken: Der Liter Benzin kostet hier nicht einmal 1€!
Die Rückgabe lief problemlos, den gebuchten Shinkansen haben wir auf einen früheren umbuchen können, so dass wir gegen 14:30 Uhr wieder in dem gleichen Hotel angekommen sind, welches wir auch zu Beginn der Reise gebucht hatten.
Die Stadt hat uns wieder
Nachdem wir ein paar Mitbringsel gekauft haben, sind wir wieder zu dem Biliardsaloon gefahren, welchen wir beim ersten mal in Tokio entdeckt hatten. Diesmal haben aber alle drei gespielt. Könnten wir zu Hause glatt wiederholen!
Der allerletzte Tag in Tokio begann noch trocken. Nach einem gemütlichen und guten Frühstück haben wir ausgecheckt und das Gepäck eingelagert. Mit den Bahnen ging es dann in den Süden Tokios, über die Rainbow Bridge nach Odaiba. Nik war heute der Reiseführer und hat uns direkt zu der Freiheitsstatue geführt. Ein ganzes Stück kleiner als das Original in NYC, aber sonst ziemlich identisch. Odaiba ist ganz als anders als die anderen Teile Tokios, die wir bisher gesehen haben. Tolle Architektur, viele Malls, und alles in allem recht leer und aufgeräumt.
Nach Mittagessen und rumstreunern haben wir unser letztes Ziel der Reise zu Fuß angesteuert: das Teamlabs Planet. Auf dem langen Fußweg dahin fing es leider an zu regnen und hörte bis zur Abreise auch nicht mehr auf. Wir haben kurzentschlossen noch schnell drei kleine Schirme gekauft. Zum Glück. Denn wir haben in strömendem Regen in der Einlassschlange zu dem Teamlabs 25 min warten müssen.
Die Teamlabs Planet Ausstellung hatte an vielen Stellen große Ähnlichkeit mit der zu Beginn der Reise besuchten Borderless Ausstellung, allerdings auch zwei-drei coole neue Elemente. Der WOW Effekt stellte sich allerdings nicht mehr ein. Dazu war es sehr sehr voll, viel voller als bei der anderen.
Zurück am Hotel, umgezogen und in den überpünktlichen Shuttle zum Flughafen gestiegen. Wir konnten die Zeit bis zum Abflug entspannt in der Lounge verbringen.
Und dann fingen um 22:29 Uhr alle Handys in der Lounge, nach einer Broadcast Nachricht, an zu „schreien“. Erdbeben Warnung. Irritiert schauten wir uns um, was machen die anderen, darunter einige Japaner? Nix… Alle völlig unbeeindruckt. Keine Minute nach der Nachricht fing die ganze Lounge an zu beben, Türen fielen zu, Lampen fingen heftig an zu wackeln. Das ganze dauerte keine Minute, die Lampen schwangen allerdings noch Minuten später hin & her.
Die anwesenden Japaner haben ihre Unterhaltungen oder ihr Essen nicht mal unterbrochen…, Nik und ich waren noch entspannt, Antje eher weniger. Sie hat das ganze sehr mitgenommen.
Wie sich etwas später rausgestellt hat, hatte das Beben eine Stärke von 5,7.
Was für ein Ende … fast … Denn nachdem sich die Nerven wieder etwas beruhigt hatten, kam noch unerwartet und viel früher als erwartet das Ergebnis des BaPsy-Tests, den Nik kurz vor dem Urlaub abgelegt hat. Voller Stolz können wir sagen, ein überragendes Ergebnis, das sollte hoffentlich die Studienplatzsuche vereinfachen.
Die allerletzten Worte zu diesem Urlaub kommen noch von Nik:
Jetzt sind diese 3 Wochen Japan vorbei und es fühlt sich einerseits so an als wären wir erst vor ein paar Tagen angekommen, gleichzeitig aber auch als wären wir ewig weggewesen. Bei all den vielen Sachen die wir erlebt haben und den ganzen Eindrücken können wir gar nicht mehr richtig zuordnen, was wann und wo passiert ist. Gleichzeitig fühlt es sich aber auch so an als hätten wir erst einen Bruchteil des Landes gesehen.
Die ganze Reise über wurden wir aber auch vom Glück verfolgt, einerseits bezüglich des Wetters, was für die Regenzeit in der wir da waren, fast ausschließlich gut war, aber auch sonst, dass wir den Fuji 2 Tage in ganzer Pracht (leider ohne die Schneekrone, aber man kann ja auch nicht alles haben) bewundern durften und in einige Sehenswürdigkeiten sehr spontan noch reingekommen sind. Auch abseits davon konnte das Land meine Erwartungen definitiv erfüllen: Die Gastfreundschaft der Menschen, die atemberaubenden Städte, die kulturellen Wahrzeichen aber auch die idyllische Natur um den Fuji rum. Ein wirklich wunderschönes Land, was ich auf jeden Fall noch mal bereisen möchte.
Das geplante Programm für heute war nicht umfangreich. Die Gegend hier kommt in zwei von unseren drei Reiseführern gar nicht vor. Am Ende war es doch gut ausgefüllt und absolut sehenswert.
Frühstück war heute nur eine Banane, wir wollten früh oben in Owakudani sein, im tektonisch noch aktiven Areal des Hakone Vulkans.
Leider läßt sich der kurze Trail durch die heiße Zone nur noch mit Führer begehen. Im Jahr 2015 gab es hier oben den letzten Ausbruch. Danach wurde der Bereich, der vor 2015 frei zugänglich war, für ein paar Jahre gesperrt und ist erst seit 2022 wieder offen. Das alles stand aber nicht in dem Reiseführer. Die geführte Gruppe um 10:00 haben wir um ein paar Minuten verpasst. Wir konnten uns dann aber zum Glück noch Plätze in der der letztenTour am Tag um 14:30 Uhr reservieren. Hier der Link zur Seite, für alle Fälle: https://www.hakone.or.jp/od-booking/
Wir sind dann mit dem Mietwagen wieder runter vom Berg und zum Hakone Open Air Museum gefahren. Ein Kunstmuseum, hauptsächlich für Skulpturen aller Art. Sehr schön angelegt, mit vielen Skulpturen namenhafter Künstler und einem Gebäude, das ausschließlich Picasso gewidmet war. Gut zwei Stunden waren wir auf dem Gelände unterwegs, ab hier lasse ich die Bilder sprechen. (Anmerkung an dieser Stelle: Leider bekomme ich die Bilder nicht schärfer in WordPress dargestellt. Ärgert mich sehr)
Henry MooreHenry MooreHenry MooreNiki de Saint Phalle High Five ✋😂Begehbares Kunstwerk mit unfassbaren vielen DetailsLieblingsskulptur (dreht sich)
Um 14:00 Uhr waren wir dann ein zweites Mal oben am Krater. 800Yen p.P. kostet die Führung, die eigentlich keine ist, wir werden nur zur Sicherheit von einem Guide begleitet. Der hat trotzdem viel erzählt, leider alles auf Japanisch. Aber es wurde vorgesorgt: Uns wurde der Link zu einer Webseite mitgeteilt, wo all das Gesagte auch auf Deutsch nachzulesen war. Highlight der eigentlich recht unspektatulärenTour: Das Becken, in dem die Eier schwarz gekocht werden. Sie gelten als Spezialität in Japan und versprechen jedem, der sie isst, ein sieben Jahre längeres Leben.
Die schwarzen Eier werden mit einer kleine Seilbahn vom Becken oben direkt in die Geschäfte unten transportiert und landen dann dort noch heiß im Verkauf. Sie sehen schon komisch aus, aber nach der Tour haben wir uns für 500Yen vier Eier gekauft. Die chemische Reaktion in dem Becken führt zu dieser Farbe und zu einem ein klein wenig anderen Geschmack, aber es schmeckte immer noch wie ein Ei, wie ein leckeres sogar.
Fertig?Fertig
Eigentlich sind wir auch in die Gegend gefahren, weil es hier viele Onsen (Thermalbäder) gibt. Einen davon zu besuchen stand auf der Liste vom Sohn für die Reise. Er hat den Punkt heute aber freiwillig runtergenommen. So blieb es bei dem Fußbad im Thermalwasser im Museum.
Fun Fact: Aus Spaß gerade mal geguckt, wie die Touren auf dem Krater für morgen gebucht sind. Sie fallen komplett aus! Aus Sicherheitsgründen. Haben wir wieder mal Glück gehabt.
Heute war Ortswechsel. Den „schönen“ Glamping haben wir verlassen, gar nicht traurig. Dazu kommt, dass der Fuji sich heute komplett in Wolken gehüllt hat und den ganzen Tag nicht zu sehen war. Nach einem kurzen Frühstück an gleicher Stelle wie gestern ging weiter im Uhrzeigersinn um den Fuji herum. Die Berglandschaft hier ist wirklich beeindruckend und irgendwie ganz anders als bei uns. Es ist dieses komplett satte Grün und dazu an den (meisten) Hängen vollständig unbebaut
Kurzer Zwischenstopp an einem der Golfplätze im Tal, nur mal gucken. Tolle Fairways und Greens, und das vor ebendieser Berglandschaft. Eine Runde wäre schon schön gewesen…
Am Lake Ashi haben wir uns gestärkt und bei der Gelegenheit noch einen weiteren Schrein mit roten Torii besichtigt, einer davon steht auch im Wasser. Lustig die Schlange davor, um ein Foto mit dem Schrein machen zu können.
Lustige Ausflugsboote gibt es hier
Die Bootstour mit dem Piratenschiff haben wir uns gespart, auch weil die Aussicht heute doch recht eingeschränkt war. Mit einem sichtbaren Fuji wäre das sicher noch eine Option gewesen.
3 Minuten!Sehr sehr hohe Bäume hier !
Zum Einchecken in der nächsten Unterkunft ging es in die Berge über zum Teil sehr enge Straßen. Ohne die sehr gute Wegbeschreibung und Route in Google Maps hätten wir das Haus nicht gefunden. Nach der letzten Hütte ist das hier eine echte Wohltat. Wir haben ein großes Apartment für uns drei, modern, neu und top ausgestattet. Hier ließe sich durchaus mehr als nur die nächsten zwei Nächte gut verbringen.
So schön haben wir noch keine Schluffen für uns vorbereitet gehabtBlick aus dem Fenster
Der Hunger musste aber noch gestillt werden, darum ging es dann zu Fuß zu einem Burger Restaurant. Der kleine Ort ist ein ehr typische Dorf, leider wirkt alles hier (wie auch zuvor am See) etwas heruntergekommen.
Burgerparty
Wir verstehen auch, warum die deutsche und europäischen Altstädte so sehr geschätzt sind bei den Touristen. Es gibt hier nicht ansatzweise etwas Vergleichbares!
Frank hat heute den frühen Vogel gespielt und ist schon um kurz nach acht raus, weil es strahlendblauen Himmel gab. Tatsächlich hat er den Fuji in all seiner Pracht erwischen können. Bis wir dann alle drei soweit waren, hatte es sich bereits zugezogen und für den Rest des Tages klarte es auch leider nicht mehr auf. Das machte aber nix, denn wir haben den zweiten Tag in Folge die höchsten Berg Japans (3776m) uneingeschränkt bewundern können.
Zunächst ging es nach einem Frühstück bei …. ja, natürlich: bei Starbucks 😉 ….. nach Fujigoko am Lake Kawaguchi.
Mount Fuji ist immer da
Hier am Ostufer des Sees hat man vom Mount Tenjo einen besonders schönen Blick auf den Fuji. Der Plan war, hoch zu gehen (ca. 400 Höhenmeter) und mit der Seilbahn wieder runter. Die war aber leider geschlossen, sodass wir dann auch wieder zu Fuß runter mussten. Frank hat sich mit zwei Stöcken beholfen, um den Abstieg für sein Knie etwas geschmeidiger zu gestalten. Hat geholfen! Und der Aufstieg bis ganz oben (sogar nochmal einen View-Point weiter als die Bergstation der Seilbahn) hat sich auf jeden Fall gelohnt und es gibt nun gefühlt hundert weitere Fotos vom Fuji …..
Weitere kamen dann noch hinzu, als wir für 15€ die Maut-Straße zur sogenannten 5. Station auf 2.300m hochgefahren sind. Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter bis auf den Gipfel, und das auch nur in der Zeit von Anfang Juli bis 11. September.
Auch das war absolut lohnenswert. Erstaunlicherweise war es relativ leer, wir konnten dort oben entspannt ein wenig rumlaufen und sowohl die Fernsicht zu den japanischen Nordalpen (Hida-Gebirge) als auch zum plötzlich „sehr nahen“ Fuji-Gipfel genießen. Einzig, es war nur mit T-Shirt und kurzen Hosen bei nur noch 13 Grad ziemlich frisch. Wir hatten überhaupt nicht darüber nachgedacht, vielleicht noch eine Jacke einzupacken …. im Auto war’s aber noch schön warm und auf dem Rückweg über die rund 26km konnten wir uns wieder aufwärmen.
Wohnt am Kraterrand jemand?
Im Örtchen Fujikawaguchiko haben wir dann noch ein veganes Restaurant entdeckt. Plant Nation hat gerade erst vor zwei Monaten eröffnet, wir wünschen den Betreibern viel Erfolg. Es war lecker und uns hat’s gefallen – auch wenn wir die einzigen Gäste waren. Aber im Moment ist hier halt auch keine Saison. Selbst beim nahegelegen Lawson Store, einem wohl sehr bekannten Instagram-Spot, war so gut wie nix los. Sowieso völlig verrückt, warum es einen Hype darum gibt, hier den Fuji zu fotografieren, der über dem Flachdach des Minimarktes aufragt……
Da stehen, kommen mit dem Bus, um einen Supermarkt zu fotografieren. Wir haben das gelassenMan wird den Mount Fuji einfach nicht losLecker
Nach dem gestrigen 100% Regentag schien heute früh wieder ganz freundlich die Sonne und wir sind gut gelaunt in den Shinkansen Richtung Fuji gestiegen.
Nach knapp 2,5 Std. Fahrt waren wir in Shin-Fuji und haben sogar kurz vor Ankunft aus dem Zug noch den Mount Fuji sehen können. Was für eine Freude, denn diese uneingeschränkte Sicht gibt es immerhin nur an ca. 60-80 Tagen im Jahr. Mit anderen Worten: was für ein Glück wir scheinbar hatten, schon bei Ankunft und vor allem im Juni eine freie Sicht zu haben.
Der erste Gang führte uns dann zur Mietwagen-Station. Frank hatte ganz kurzentschlossen vor Abreise in Deutschland noch die notwendige Führerschein Übersetzung beauftragt, die wir dann (schon in Tokio) bei einem 7-Eleven ausdrucken konnten. Es war ein bisschen spannend, denn hier gilt Linksverkehr und es ist doch etwas gewöhnungsbedürftig.
Hat was von Amerika
Aufgrund des guten Wetters haben wir uns direkt den vorletzten Punkt von Niks‘ „Bucketliste“ vorgenommen und haben den Arakura Fuji Sengen Schrein angesteuert. Dafür mussten wir quasi einmal zur Hälfte um den Fuji herumfahren und konnten mal wieder beobachten, wie schnell sich das Wetter in der Höhe ändern kann. Es hatte sich nämlich zugezogen, aber mit ein bisschen Geduld klarte es nochmal auf, wenn auch der blaue Himmel fehlte.
Kleiner Fun Fact: wir hatten eigentlich den offiziellen Parkplatz ins Navi eingegeben, doch es erwartete uns ein Wirrwarr aus kleinen Sträßchen und so ziemlich jeder Anwohner, der ein kleines Stückchen Fläche hatte, buhlte um die Gunst der Touristen, ihren Parkplatz zu nehmen. Wir fühlten uns sehr an ein Erlebnis genau dieser Art in Vietnam erinnert. Der eigentliche, offizielle Parkplatz war so gut wie leer. Es war allerdings auch nicht so sehr viel los. Das sieht zur Kirschblüten-Zeit wahrscheinlich ganz anders aus.
den gab es für 500Yen
Danach haben wir uns mit Spannung aufgemacht, unser nächstes Übernachtungsziel anzusteuern: Mount Fuji Glamping Villa Kawaguchiko. Als wir ankamen, war die Ernüchterung groß. Wir haben uns eigentlich nur schlapp gelacht und konnten nicht glauben, was hier scheinbar als „Glamping“ durchgeht: auf einem großen Schotterplatz stehen 15 Wohncontainer (immerhin mit kleiner Terrasse) in zwei Reihen an einer Kreuzung mitten in einer Wohnsiedlung (unser steht wenigstens in zweiter Reihe und nicht direkt an der Straße). Check-in läuft komplett digital, einen Menschen sieht man hier nicht. Es gibt auch nur einen weiteren bewohnten Container, ansonsten ist hier nix los. Was ein Reinfall, doch als hätten wir es geahnt, haben wir nur zwei Nächte gebucht. ABER: wir können endlich einmal einfach draußen sitzen. Morgen werden wir eh den ganzen Tag unterwegs sein, also tragen wir es mit Fassung und machen das Beste draus.
Puh, das war hart heute. Es hat in einer Tour durchgeregnet. Wir sind sehr froh, dass wir vor allem die Torii gestern bei schönem Wetter besichtigen konnten.
Aber hilft ja nix, also Schirm an der Rezeption geliehen und los. Zum Glück war das erste Ziel direkt um die Ecke und es war kein Tempel oder Schrein, sondern das Nijo Castle.
Es gibt Tickets nur für den Außenbereich oder für Innen und Außen. Wir haben auch das für innen genommen – das hat sich gelohnt. Leider war fotografieren drinnen komplett verboten. Schöne, große, leere Räume mit eindrucksvollen Wandgemälden. Die Kombi aus Bild, Raumgröße und Erhöhung der Räume haben alle eine Bedeutung in Bezug auf Rang und Wichtigkeit der Besucher des damaligen Herrschers. Auf Socken ging es über den Holzboden, der nicht knarzte, aber dafür wie Nachtigallen quietschte. Kein Zufall, sondern extra so angelegt, dass hörbar wurde, wenn sich jemand näherte.
Durchdacht: Die Schirmständer vor der Tür mit individuellem Chip. So wird das große Schirmchaos elegant vermieden und nichts wird nassgetropft.
Danach zurück zum Hotel und etwas später ging es zu zweit weiter zum ehemaligen Kaiserpalast. Kyoto war über 1.000 Jahre die Hauptstadt Japans, also hatte die Kaiser genug Zeit, es sich dort nett einzurichten. Das Gelände des Palastes mit einem (langweiligen) Park außerhalb der Mauer ist riesig. Die Außenmauern des eigentlichen Palastes scheinen auch endlos, vor allem im strömenden Regen.
Das ist die kurze Seite
Um 14:00 Uhr startete die englischsprachige Führung. Ein sympathischer und witziger Guide führte uns mit fabelhaftem English durch die Anlage. Eine Innenbesichtigung war nicht vorgesehen – schade. Auch waren wegen des Regens einige Außenbereiche nicht zugänglich. Und weil der Regen so laut auf die Schirme geprasselt hat, war es akustisch stellenweise leider schwer zu verstehen. Zum Nachlesen bzw. Hören gibt es aber eine App zu dem Palast.
Ein Strand für den Kaiser
In einem Starbucks Richtung Zentrum haben wir uns wieder vereint, haben noch ein wenig die Zeit totgeschlagen im Nishiki-Markt. Der Markt, auch als die Küche Kyoto bezeichnet, hat hauptsächlich Essbuden und ist, wie andere Einkaufsstraßen in Japan auch, komplett überdacht. Heute sehr praktisch, aber auf die Idee sind natürlich auch viele andere Menschen gekommen und entsprechend schoben sich die Massen durch die Gänge.
wie Lollies, sind aber Tintenfische
Um 17:30 Uhr ging es zum letzten Punkt auf Niks Kyoto-Liste, einem besonderen Sushi-Laden. Ähnlich klein wie das Restaurant gestern, aber vom Ambiente etwas „nobler“, gab es das Sushi (13 Stück + Suppe und Mini-Matcha-Dessert) für einen. Die Eltern gaben sich mit Getränken zufrieden und haben später in einem veganen 🙂 Restaurant ihren Hunger gestillt.
Der zweite Tag in Kyoto beginnt mit einem kurzen Besuch beim Geldautomaten. Die Tempel möchten für die Besuche gerne Bargeld haben. Der Automat im 7eleven hat sich als zuverlässig und günstig erwiesen, andere Banken haben unsere Karte nicht akzeptiert.
Heute war der Sohn wieder Reiseführer. Sein und somit unser erstes Ziel war der Fushini-Inari-taisha und zählt zu den ältesten Schreinen Kyoto. Es gab Torii (SchreintoreI ohne Ende. Über 10.000 sollen es sein, die sich weitläufig bis hoch auf den Weg verteilen. Sehr schön anzuschauen und somit auch sehr sehr voll Mit ein bisschen Geduld gelingen Fotos trotzdem auch ohne Menschen. Leider hat mein linkes Knie heute gestreikt, darum habe ich auf den Spaziergang höher auf den Berg verzichtet,. Den haben Nik und Antje alleine gemacht.
Es gibt sie auch in klein
Irgendwann hatten wir genug Torii gesehen und auf ging es zum nächsten Tempel. Vom Bahnhof führte der Weg durch eine schmale Straße mit unzähligen (Ramsch-)Shops und Imbissen. Aber die Massen müssen dadurch, um zum zum nächsten Tempel mit der schönen Pagode, dem Kiyomizu-dera. Die Besonderheit hier: Der Unterbau inkl. sehr sehr großer Terrasse ist eine gewaltige Holzkonstruktion, die komplett ohne Nägel erbaut wurde.
Leider diesig, der Blick über Kyoto
Der „heiße Scheiss“ hier, noch mehr als an den anderen Tempeln: Rent-a- Kimono, um dann damit zu posen. Dem ein oder anderen steht er, die meisten sehen mindestens seltsam darin aus.
Der Tempel liegt im Gion-Viertel, bekannt und stark besucht wegen der alten hübschen Häuser dort. Aber leider völlig überlaufen und auch wenig authentisch.
Alles in allem haben wir viel Zeit dort verbracht. Tempel und Torii gucken macht hungrig, darum noch einmal kurz ins Zentrum und fündig geworden in dem ganz kleinen (veganen) Restaurant Nijiya mit nur sieben Sitzplätzen. Ausgesprochen lecker und sehr zu empfehlen.
Die Hintertür fürs Personal (Mutter und Sohn)
Wir waren recht früh im Hotel und haben dann begonnen, die letzten Tage zu planen sowie Unterkunft und Transport zu buchen. Das Hotel hier in Kyoto haben wir spontan um eine Nacht verlängert, um einen weiteren Tag für die Sehenswürdigkeiten hier zu haben.