Hoch hinaus zum Hochalpsee

Erstens kam es anders und zweitens als geplant. Aber der Reihe nach.

Als wir abfahrbereit waren und dachten, nun als letzte vor der angekündigten Winterpause den Platz zu verlassen, rollte noch ein Bimobil an. Wir kamen kurz ins Gespräch und erfuhren, das Rita und Hans-Peter für 14 Monate unterwegs sein werden, um „diewelterleben.de“: sehr cool! Viele Grüße an die beiden und wir werden euch sicher weiter verfolgen.

Nach einem weiteren kurzen Pläuschchen mit dem Campingplatz-Betreiber sind wir dann entspannt gegen elf Uhr in Bruneck losgefahren Richtung Pragser Wildsee. Eine kurze Fahrt nur, wieder einmal bei schönstem Wetter und durch tolle Berglandschaft. Der Wildsee gilt als Naturspektakel am Ende eines Tales und entsprechend voll ist es hier, vor allem im Sommer. Drei riesige Parkplätze zäumen die letzten Meter, auf einem davon sind Wohnmobile erlaubt, auch mit Übernachtung (25€). Eigentlich war der Plan, die 4 Kilometer um den See zu marschieren und ansonsten noch ein bisschen ruhig angehen lassen. Für morgen war eine größere Tour geplant.

Soweit so gut: es war zwar nicht völlig übervölkert, aber uns hat es schon gereicht. Da der Platz auch nicht wirklich schön ist, haben wir eine Hau-Ruck-Aktion gestartet: Parken, umziehen, Rücksäcke packen und um 12 Uhr los zunächst am See entlang, dann weiter in die Berge rein Richtung Hochalpsee.

Die ersten 5 km waren zäh und wenig spektakulär, da sie über einen langweiligen groben Schotterweg stetig bergauf führten. Dann aber wurde der Weg zu einem Pfad, der den Namen Wanderpfad auch verdient hat und die Landschaft wurde zunehmend schöner.

Nach 2 Std. 50 Min. waren wir endlich am See angekommen und wurden mit fantastischen Blicken belohnt, wenn auch der See selbst ein wenig enttäuschend, weil nicht so ursprünglich, wie vorgestellt.

Edelweiss!

Der Rückweg war wieder einmal erstaunlich kurzweilig – bis auf diese 5 km wenig erquickliche Schotterpiste. Zum Schluss haben wir dann die Runde um den See noch vervollständigt und hatten dann 21km voll.

Wirklich witzig die Steinmännchen-Parade am Seeufer, Steinmännchen auf jeder freien Stelle (@Stephan: Keine Gefahr für Euren Rekord dabei 😉


In der letzten Abendsonne und danach haben wir noch ein paar schöne Bilder machen können. Und das Beste: die ganzen Menschen waren weg! Nur vereinzelt liefen noch ein paar wenige herum.

MMM Ripa

Die ca. 2km vom Campingplatz bis ins Zentrum von Bruneck waren zu Fuß super durch Wald und über Forstwege zu gehen. Gemütlich ging es dann durch die schöne Altstadt und entlang der Hauptstraße. Die Stadt ist nicht groß und nach dem Besuch in ein paar Geschäften (Beute: eine neue Jacke) gab es dann Mittagessen bei K.Bernardi, sehr empfehlenswert.

Anschl. ging es hoch zur Burg Bruneck, dort hat Reinhold Messner eines seiner sechs Museen zum Thema Berge eingerichtet. Im MMM (Messner Mountain Museum) Ripa „…geht es um die Lebensweise der Bewohner der wichtigsten Bergregionen zwischen Alpen und Himalaja, Anden und Afrika….“

Unser Fazit: Interessanter als anfangs gedacht, tolle moderne Architektur in Verbindung mit der restaurierten Burg. Technisch waren die (interessanten) Filme auf dem Stand der 90er Jahre, mit und ohne Brille unscharf. Auch hätten wir uns mehr Erklärungen an vielen der Exponaten gewünscht. Aber insgesamt lohnenswert, sollte der Weg nach Bruneck führen. Da wir uns an das Fotografieren-Verbot gehalten haben, gibt es dazu nix zu sehen.

Wir bleiben noch in der Region und planen für die nächsten Tage noch zwei größere Wanderungen.

Über das Grödner Joch

Schweren Herzens haben wir „unseren“ Bauernhof heute verlassen in Richtung Pustertal verlassen. Weiter zu fahren in den Süden lohnt sich nicht mehr, zumal die Wetteraussichten bis auf Morgen für diese Woche in der Region Süd-Tirol noch gut sind. Auch wollen wir noch ein paar Touren in die Berge machen, wir sind ein wenig angefixt von Wanderungen oberhalb der Baumgipfel.

Nach dem Grödner Joch haben wir spontan einen Zwischenstopp bei Corvara eingelegt, um eine 9-Loch-Runde auf dem Platz des GC Alta Badia zu spielen. Die Berge ringsum sind bei jeder Sportart schön. Der Platz schließt übermorgen und leider bereitet sich auch die ganze Gegend dort auf den Winter vor. Vieles hat bereits zu oder schließt in den nächsten Tagen. In ein paar Wochen fahren dann die Skifahrer über die Fairways.

Als wir dann in Bruneck angekommen und durch die Stadt gefahren sind, haben wir direkt beschlossen, uns dafür ein wenig mehr Zeit zu nehmen. Einen Platz für die Nacht in unmittelbarer Nähe zu finden, war garnicht so einfach. Stellplätze sind rar. Jetzt stehen wir auf dem stadtnahen „Campingplatz Schießstand“. Den Platz gab es sicher schon vor dem Bau der Umgehungstrasse, die jetzt unüberhörbar in der Nähe vorbeiläuft. Alles in allem ist der Platz ziemlich aus der Zeit gefallen. Gar nicht negativ gemeint, schön, dass es sowas noch gibt. Die Registrierung per Karteikarten statt Computer, die Waschhäuser entsprechend. Aber völlig ausreichend. Nachdem wir die letzte Woche nur im WoMo geduscht haben, ist eine richtige Dusche ja auch mal wieder eine willkommene Abwechslung.

Überraschenderweise ist der Platz bis auf ein Zelt, einen Van und ein weiteres WoMo total leer. Ob es wohl daran liegt, dass auch hier in zwei Tagen Saison-Schluss ist?

Korallenriff

6:50 Uhr Wecker, 08:04 Bus nach St. Ulrich, von da in die 471 zum Sella Joch, dem Ausgangspunkt der heutigen Wanderung. Wir hätten diese Wanderung auch von der Seiser Alm starten können, aber dank des Bustickets konnten wir bis zum Sella Joch umsonst fahren, die Fahrt Seiser Alm hätte um die 90 für beide gekostet und wäre nur unwesentlich schneller gewesen. Die Busfahrt hoch zum Pass ist zudem auch schon ein Abenteuer.

Bushaltestelle direkt am Stellplatz

Aus dem Bus raus auf 2.100m direkt der Aufstieg zur Demetz Hütte. Wir haben uns für die Runde entgegen des Uhrzeigersinns entschieden und hatten so den Aufstieg in der wärmenden Sonne.

Oben angekommen haben wir gelernt, dass wir durch ein urzeitliches Korallenriff wandern. Schon irgendwie faszinierend. Der Abstieg ging dann durch die Langkofelscharte mit tollen Ausblicken in alle Richtungen.

Rast haben wir dann an der Plattkofelhütte gemacht, die liegt zwar nicht so imposant wie die Langkofelhütte, aber bei der waren wir noch nicht hungrig und vor allem lag sie noch im sehr kühlen Schatten.

Den Aufstieg zum Plattkofel sparen wir uns noch auf.

Die letzen Kilometer zurück zum Sella Joch waren entspannt und eröffneten zudem neue Ausblicke auf die Bergwelt.

Am Ende der traumhaften Runde bei mal wieder super Wetter waren es knapp 1.110hm, 17km.

Ötzi

Die Sonne kriecht über den Puflatsch

Gestern ging es mit dem Bus nach Bozen. Vorher noch in der Sonne gefrühstückt, ab 09:00 erreicht uns die Sonne. Die haben wir genutzt und ohne Eile ging es dann los.
Bozen ist nett, war recht voll. Highlight war der Besuch bei Ötzi. Diesen einmal im Original hinter Glas zu sehen war schon bewegend. Welche Geheimnisse diesem arme Kerl über in den letzten 30 Jahren mittels im neuen Techniken entlockt wurden, ist beeindruckend. Wie es in dem Museum präsentiert wird ist sehr anschaulich und interessant.

Nach einem Rundgang durch die Stadt und Snack in der Bar Corso ging es mit der Seilbahn auf den Hausberg, den Rittner und zu den Erdpyramiden.

Heute keine große Aktivität. Lediglich auf einen Kaffee ging es mit dem Bus nach St. Ulrich. Der Ausflug hat sich aber nicht wirklich gelohnt. Nach Apfelstrudel und Eisbecher ging es direkt wieder zurück.

Kurzer Einkauf noch in Kastelruth, dann schnell zurück zum WoMo, um den Wahlabend zu verfolgen.

Für morgen haben wir noch eine große Wanderung geplant, hoffentlich spielt das Wetter mit. Danach werden wir wohl diesen schönen Platz verlassen, wissend, dass es schwer wird, einen vergleichbar schönen Platz in der Region zu finden.

Blau

Da Gerri & Britta morgen leider schon nach Hause fahren müssen, haben wir heute noch einmal einen entspannten Wandertag hingelegt. Heute ging es mit der Seilbahn von Seis aus auf die Seiser Alm. Dort haben wir dann eine Hüttenwanderung gemacht, Kleinigkeit hier, Süssigkeit dort.


Nicht satt sehen konnten wir uns an dem Panorama …

270° Panorama

…und dem unfassbar blauen Himmel heute.

In keine Richtung nicht eine einzige winzige Wolke. Selbst die Kondensstreifen der Flugzeuge verschwanden sofort wieder, während sie gestern noch lange Spuren am Himmel hinterließen.

Am späten Nachmittag trennten sich dann unsere Wege. Wir haben noch die letzten Sonnenstrahlen am WoMo genossen, dann wurde es aber auch schlagartig kalt. Für morgen steht Bozen auf dem Programm … und sehr wahrscheinlich eine weitere Nacht auf der Wiese beim Bauern mit diesem traumhaften Blick.

Blick vom Puflatsch auf unseren Stellplatz Bauernhof (zweites von Links)

Schlern

Den gestrigen Tag haben wir genutzt, um uns ein wenig einzuwandern. ca. 10 km, ein kleines Päuschen hier und dort, am Ende der Tour noch ein Aperol in der Nähe des „Kastelruther Spatzen Fan Shop“. Der Aperol war gut, die Musik aus dem Shop eindeutig nicht unser Geschmack.

Kastelruther Aperol


Das Ziel heute war die Tour rauf zum Schlern zur Schlern Hütte auf 2457m und dann noch zum höchsten Punkt, dem Petz auf 2563m. Wecker um 07:00 Uhr, (4° Grad Außentempertur !), abgeholt wurden wir um kurz nach acht wieder von unseren lieben Freunden, gestartet sind wir an der Spitzbühel Hütte um 09:00 Uhr. Am Ende waren es knapp 900hm und 15km Tour gesamt. Die Aussicht war heute grandios, alles zusammen ein Traumtag.

Bei den Spatzen

Der gestrige Tag war im Wesentlichen ein Arbeitstag aus dem Homeoffice, das ließ sich leider nicht vermeiden. Es fehlte ein Urlaubstag, um die Woche voll zu machen. Diesmal war das Homeoffice dafür mal woanders. Nach der Arbeit kam der große Camping Frust. Der volle und enge 4* Campingplatz entspricht ja so ganz nicht meinen / unseren Vorstellungen von Camping. Heute wollte ich nur noch da weg, in der Hoffnung, woanders einen schöneren Fleck zu finden.

Wir haben uns dann entschlossen, Freunde im Urlaub in Südtirol auf ein Bier zu besuchen. Über den Brenner ging es Richtung Seiser Alm, unseren schöneren Platz haben wir bei Kastelruth gefunden, auf einem Bauernhof. Schöne Wiese, toller Blick, abgerechnet wird Cash Kralle 15€ die Nacht, immerhin mit Strom & Wasser.

Im Hintergrund der Schlern

Mit Gerri und Britta waren wir gemeinsam lecker Abendessen und haben locker Pläne für die nächsten beiden Tage geschmiedet.

Achja, noch ein Nachtrag vom ersten Tag. Es gab ein kleines Malheur, die schon immer lädierte Ecke oben hinten links hat jetzt eine Macke unten links mehr. Beim Zurücksetzen aus einer kleinen Straße war da leider noch ein Schild im Weg.. Diesem ist aber zum Glück nichts passiert…

Dumm gelaufen

Planlos?

Drei Wochen liegen vor uns, ohne Kinder und ohne festes Ziel. Ohne Kinder ist ungewohnt, eine neue Form der Freiheit, aber irgendwie auch komisch.

Ohne festes Ziel: Die grobe Richtung steht (Allgäu), aber mehr auch nicht. Wir sind uns auch zum ersten Mal nicht so richtig einig. Allgäu wäre für mich nur ein Zwischenstopp auf dem Weg in die Toskana oder Umbrien, aber nichts für drei Wochen.

Mal sehen, wohin es uns am Ende treibt.

Die erste Nacht haben wir auf einer Stellplatzwiese bei der Golfoase Pfullinger Hof verbracht. Der Stellplatz ein Traum, der Golfplatz war ok. Der Platz kann nichts für mein schlechtes Spiel, aber die Greens und Abschläge hätten in einem besseren Zustand sein können. Aber Spaß hat es gemacht.

Golfplatz und WoMo (ganz hinten)

Mit viel Verkehr ging es durch das Schwabenland bis zum Alpsee südlich von Kempten. Wie vorhergesagt kamen wir mit Regen an. Zudem ist es kalt geworden 🙁
Der Campingplatz ist voll und eng, alles andere als ein Traumziel für uns beide. Leider hat auch das Restaurant am Platz heute und morgen zu, das fußläufig nächste Restaurant hatte zumindest was zum sattwerden.

Aber wir werden hier bleiben, weil morgen für mich noch ein Arbeitstag ist und ich dafür Bandbreite und Strom brauche. Wie (fast) jedes freie Campingplatz WLAN taugt auch das hier nix, aber die LTE Versorgung sollte auch für die Videomeetings reichen. (haha, gerade noch ein Mini-Beitrag zur Nicht-Mobilfunkabdeckung im Oberallgäu im Triell).



Hoffentlich ist es aber morgen wieder so trocken wie angekündigt, damit Antje den See umwandern kann.