20 – Shin-Fuji -> Tokio

Der vorletzte Tag war ein sehr nasser. Wir haben bei strömenden Regen aus dem Apartment ausgecheckt und haben unsere Rundreise um den Fuji mit der Rückgabe des Mietwagens in Shin-Fuji abgeschlossen. In Summe sind wir mit dem Mietwagen 340km gefahren. Überraschung beim Tanken: Der Liter Benzin kostet hier nicht einmal 1€! 

Die Rückgabe lief problemlos, den gebuchten Shinkansen haben wir auf einen früheren umbuchen können, so dass wir gegen 14:30 Uhr wieder in dem gleichen Hotel angekommen sind, welches wir auch zu Beginn der Reise gebucht hatten.

Nachdem wir ein paar Mitbringsel gekauft haben, sind wir wieder zu dem Biliardsaloon gefahren, welchen wir beim ersten mal in Tokio entdeckt hatten. Diesmal haben aber alle drei gespielt. Könnten wir zu Hause glatt wiederholen!

Der allerletzte Tag in Tokio begann noch trocken. Nach einem gemütlichen und guten Frühstück haben wir ausgecheckt und das Gepäck eingelagert. Mit den Bahnen ging es dann in den Süden Tokios, über die Rainbow Bridge nach Odaiba. Nik war heute der Reiseführer und hat uns direkt zu der Freiheitsstatue geführt. Ein ganzes Stück kleiner als das Original in NYC, aber sonst ziemlich identisch. Odaiba ist ganz als anders als die anderen Teile Tokios, die wir bisher gesehen haben. Tolle Architektur, viele Malls, und alles in allem recht leer und aufgeräumt.

Nach Mittagessen und rumstreunern haben wir unser letztes Ziel der Reise zu Fuß angesteuert: das Teamlabs Planet. Auf dem langen Fußweg dahin fing es leider an zu regnen und hörte bis zur Abreise auch nicht mehr auf. Wir haben kurzentschlossen noch schnell drei kleine Schirme gekauft. Zum Glück. Denn wir haben in strömendem Regen in der Einlassschlange zu dem Teamlabs 25 min warten müssen.

Die Teamlabs Planet Ausstellung hatte an vielen Stellen große Ähnlichkeit mit der zu Beginn der Reise besuchten Borderless Ausstellung, allerdings auch zwei-drei coole neue Elemente. Der WOW Effekt stellte sich allerdings nicht mehr ein. Dazu war es sehr sehr voll, viel voller als bei der anderen.

Zurück am Hotel, umgezogen und in den überpünktlichen Shuttle zum Flughafen gestiegen. Wir konnten die Zeit bis zum Abflug entspannt in der Lounge verbringen.

Und dann fingen um 22:29 Uhr alle Handys in der Lounge, nach einer Broadcast Nachricht, an zu „schreien“. Erdbeben Warnung. Irritiert schauten wir uns um, was machen die anderen, darunter einige Japaner? Nix… Alle völlig unbeeindruckt.
Keine Minute nach der Nachricht fing die ganze Lounge an zu beben, Türen fielen zu, Lampen fingen heftig an zu wackeln. Das ganze dauerte keine Minute, die Lampen schwangen allerdings noch Minuten später hin & her.

Die anwesenden Japaner haben ihre Unterhaltungen oder ihr Essen nicht mal unterbrochen…, Nik und ich waren noch entspannt, Antje eher weniger. Sie hat das ganze sehr mitgenommen.

Wie sich etwas später rausgestellt hat, hatte das Beben eine Stärke von 5,7.

Heute kam dann noch die Info dazu, dass das Epizentrum in dem Ort nahe des Mount Fuji war, wo wir noch vor drei Tagen unsere „Glamping“ Unterkunft hatten …. dort sogar mit einer Stärke von 6.
https://sumikai.com/nachrichten-aus-japan/erdbeben-der-stufe-56-erschuettert-zentraljapan-nahe-des-mount-fuji-377710/

Was für ein Ende … fast …
Denn nachdem sich die Nerven wieder etwas beruhigt hatten, kam noch unerwartet und viel früher als erwartet das Ergebnis des BaPsy-Tests, den Nik kurz vor dem Urlaub abgelegt hat. Voller Stolz können wir sagen, ein überragendes Ergebnis, das sollte hoffentlich die Studienplatzsuche vereinfachen.


Die allerletzten Worte zu diesem Urlaub kommen noch von Nik:


Jetzt sind diese 3 Wochen Japan vorbei und es fühlt sich einerseits so an als wären wir erst vor ein paar Tagen angekommen, gleichzeitig aber auch als wären wir ewig weggewesen. Bei all den vielen Sachen die wir erlebt haben und den ganzen Eindrücken können wir gar nicht mehr richtig zuordnen, was wann und wo passiert ist. Gleichzeitig fühlt es sich aber auch so an als hätten wir erst einen Bruchteil des Landes gesehen.

Die ganze Reise über wurden wir aber auch vom Glück verfolgt, einerseits bezüglich des Wetters, was für die Regenzeit in der wir da waren, fast ausschließlich gut war, aber auch sonst, dass wir den Fuji 2 Tage in ganzer Pracht (leider ohne die Schneekrone, aber man kann ja auch nicht alles haben) bewundern durften und in einige Sehenswürdigkeiten sehr spontan noch reingekommen sind. Auch abseits davon konnte das Land meine Erwartungen definitiv erfüllen: Die Gastfreundschaft der Menschen, die atemberaubenden Städte, die kulturellen Wahrzeichen aber auch die idyllische Natur um den Fuji rum. Ein wirklich wunderschönes Land, was ich auf jeden Fall noch mal bereisen möchte.

– Ende –

19 – Hakone – Onsen für die Füße und schwarze Eier

Das geplante Programm für heute war nicht umfangreich. Die Gegend hier kommt in zwei von unseren drei Reiseführern gar nicht vor. Am Ende war es doch gut ausgefüllt und absolut sehenswert.

Frühstück war heute nur eine Banane, wir wollten früh oben in Owakudani sein, im tektonisch noch aktiven Areal des Hakone Vulkans.

Leider läßt sich der kurze Trail durch die heiße Zone nur noch mit Führer begehen. Im Jahr 2015 gab es hier oben den letzten Ausbruch. Danach wurde der Bereich, der vor 2015 frei zugänglich war, für ein paar Jahre gesperrt und ist erst seit 2022 wieder offen. Das alles stand aber nicht in dem Reiseführer. Die geführte Gruppe um 10:00 haben wir um ein paar Minuten verpasst. Wir konnten uns dann aber zum Glück noch Plätze in der der letztenTour am Tag um 14:30 Uhr reservieren. Hier der Link zur Seite, für alle Fälle: https://www.hakone.or.jp/od-booking/

Wir sind dann mit dem Mietwagen wieder runter vom Berg und zum Hakone Open Air Museum gefahren. Ein Kunstmuseum, hauptsächlich für Skulpturen aller Art. Sehr schön angelegt, mit vielen Skulpturen namenhafter Künstler und einem Gebäude, das ausschließlich Picasso gewidmet war. Gut zwei Stunden waren wir auf dem Gelände unterwegs, ab hier lasse ich die Bilder sprechen. (Anmerkung an dieser Stelle: Leider bekomme ich die Bilder nicht schärfer in WordPress dargestellt. Ärgert mich sehr)

Um 14:00 Uhr waren wir dann ein zweites Mal oben am Krater. 800Yen p.P. kostet die Führung, die eigentlich keine ist, wir werden nur zur Sicherheit von einem Guide begleitet. Der hat trotzdem viel erzählt, leider alles auf Japanisch. Aber es wurde vorgesorgt: Uns wurde der Link zu einer Webseite mitgeteilt, wo all das Gesagte auch auf Deutsch nachzulesen war.
Highlight der eigentlich recht unspektatulärenTour: Das Becken, in dem die Eier schwarz gekocht werden. Sie gelten als Spezialität in Japan und versprechen jedem, der sie isst, ein sieben Jahre längeres Leben.

Die schwarzen Eier werden mit einer kleine Seilbahn vom Becken oben direkt in die Geschäfte unten transportiert und landen dann dort noch heiß im Verkauf. Sie sehen schon komisch aus, aber nach der Tour haben wir uns für 500Yen vier Eier gekauft. Die chemische Reaktion in dem Becken führt zu dieser Farbe und zu einem ein klein wenig anderen Geschmack, aber es schmeckte immer noch wie ein Ei, wie ein leckeres sogar.

Eigentlich sind wir auch in die Gegend gefahren, weil es hier viele Onsen (Thermalbäder) gibt. Einen davon zu besuchen stand auf der Liste vom Sohn für die Reise. Er hat den Punkt heute aber freiwillig runtergenommen. So blieb es bei dem Fußbad im Thermalwasser im Museum.

Fun Fact: Aus Spaß gerade mal geguckt, wie die Touren auf dem Krater für morgen gebucht sind. Sie fallen komplett aus! Aus Sicherheitsgründen. Haben wir wieder mal Glück gehabt.

18 – Am Cruisen

Heute war Ortswechsel. Den „schönen“ Glamping haben wir verlassen, gar nicht traurig. Dazu kommt, dass der Fuji sich heute komplett in Wolken gehüllt hat und den ganzen Tag nicht zu sehen war. Nach einem kurzen Frühstück an gleicher Stelle wie gestern ging weiter im Uhrzeigersinn um den Fuji herum. Die Berglandschaft hier ist wirklich beeindruckend und irgendwie ganz anders als bei uns. Es ist dieses komplett satte Grün und dazu an den (meisten) Hängen vollständig unbebaut

Kurzer Zwischenstopp an einem der Golfplätze im Tal, nur mal gucken. Tolle Fairways und Greens, und das vor ebendieser Berglandschaft. Eine Runde wäre schon schön gewesen…

Am Lake Ashi haben wir uns gestärkt und bei der Gelegenheit noch einen weiteren Schrein mit roten Torii besichtigt, einer davon steht auch im Wasser. Lustig die Schlange davor, um ein Foto mit dem Schrein machen zu können.

Die Bootstour mit dem Piratenschiff haben wir uns gespart, auch weil die Aussicht heute doch recht eingeschränkt war. Mit einem sichtbaren Fuji wäre das sicher noch eine Option gewesen.

Zum Einchecken in der nächsten Unterkunft ging es in die Berge über zum Teil sehr enge Straßen. Ohne die sehr gute Wegbeschreibung und Route in Google Maps hätten wir das Haus nicht gefunden. Nach der letzten Hütte ist das hier eine echte Wohltat. Wir haben ein großes Apartment für uns drei, modern, neu und top ausgestattet. Hier ließe sich durchaus mehr als nur die nächsten zwei Nächte gut verbringen.

Der Hunger musste aber noch gestillt werden, darum ging es dann zu Fuß zu einem Burger Restaurant. Der kleine Ort ist ein ehr typische Dorf, leider wirkt alles hier (wie auch zuvor am See) etwas heruntergekommen.

Burgerparty


Wir verstehen auch, warum die deutsche und europäischen Altstädte so sehr geschätzt sind bei den Touristen. Es gibt hier nicht ansatzweise etwas Vergleichbares!

15 – Kyoto Tag 3 – Dauerregen

Puh, das war hart heute. Es hat in einer Tour durchgeregnet. Wir sind sehr froh, dass wir vor allem die Torii gestern bei schönem Wetter besichtigen konnten.

Aber hilft ja nix, also Schirm an der Rezeption geliehen und los. Zum Glück war das erste Ziel direkt um die Ecke und es war kein Tempel oder Schrein, sondern das Nijo Castle.

Es gibt Tickets nur für den Außenbereich oder für Innen und Außen. Wir haben auch das für innen genommen – das hat sich gelohnt. Leider war fotografieren drinnen komplett verboten. Schöne, große, leere Räume mit eindrucksvollen Wandgemälden. Die Kombi aus Bild, Raumgröße und Erhöhung der Räume haben alle eine Bedeutung in Bezug auf Rang und Wichtigkeit der Besucher des damaligen Herrschers. Auf Socken ging es über den Holzboden, der nicht knarzte, aber dafür wie Nachtigallen quietschte. Kein Zufall, sondern extra so angelegt, dass hörbar wurde, wenn sich jemand näherte.

Durchdacht: Die Schirmständer vor der Tür mit individuellem Chip. So wird das große Schirmchaos elegant vermieden und nichts wird nassgetropft.

Danach zurück zum Hotel und etwas später ging es zu zweit weiter zum ehemaligen Kaiserpalast. Kyoto war über 1.000 Jahre die Hauptstadt Japans, also hatte die Kaiser genug Zeit, es sich dort nett einzurichten. Das Gelände des Palastes mit einem (langweiligen) Park außerhalb der Mauer ist riesig. Die Außenmauern des eigentlichen Palastes scheinen auch endlos, vor allem im strömenden Regen.

Das ist die kurze Seite

Um 14:00 Uhr startete die englischsprachige Führung. Ein sympathischer und witziger Guide führte uns mit fabelhaftem English durch die Anlage. Eine Innenbesichtigung war nicht vorgesehen – schade. Auch waren wegen des Regens einige Außenbereiche nicht zugänglich. Und weil der Regen so laut auf die Schirme geprasselt hat, war es akustisch stellenweise leider schwer zu verstehen. Zum Nachlesen bzw. Hören gibt es aber eine App zu dem Palast.

In einem Starbucks Richtung Zentrum haben wir uns wieder vereint, haben noch ein wenig die Zeit totgeschlagen im Nishiki-Markt. Der Markt, auch als die Küche Kyoto bezeichnet, hat hauptsächlich Essbuden und ist, wie andere Einkaufsstraßen in Japan auch, komplett überdacht. Heute sehr praktisch, aber auf die Idee sind natürlich auch viele andere Menschen gekommen und entsprechend schoben sich die Massen durch die Gänge.

Um 17:30 Uhr ging es zum letzten Punkt auf Niks Kyoto-Liste, einem besonderen Sushi-Laden. Ähnlich klein wie das Restaurant gestern, aber vom Ambiente etwas „nobler“, gab es das Sushi (13 Stück + Suppe und Mini-Matcha-Dessert) für einen. Die Eltern gaben sich mit Getränken zufrieden und haben später in einem veganen 🙂 Restaurant ihren Hunger gestillt.

Und es hörte nicht auf…

14 – Kyoto – Nur noch 1595 Tempel/Schreine

Der zweite Tag in Kyoto beginnt mit einem kurzen Besuch beim Geldautomaten. Die Tempel möchten für die Besuche gerne Bargeld haben. Der Automat im 7eleven hat sich als zuverlässig und günstig erwiesen, andere Banken haben unsere Karte nicht akzeptiert.

Heute war der Sohn wieder Reiseführer. Sein und somit unser erstes Ziel war der Fushini-Inari-taisha und zählt zu den ältesten Schreinen Kyoto. Es gab Torii (SchreintoreI ohne Ende. Über 10.000 sollen es sein, die sich weitläufig bis hoch auf den Weg verteilen. Sehr schön anzuschauen und somit auch sehr sehr voll Mit ein bisschen Geduld gelingen Fotos trotzdem auch ohne Menschen. Leider hat mein linkes Knie heute gestreikt, darum habe ich auf den Spaziergang höher auf den Berg verzichtet,. Den haben Nik und Antje alleine gemacht.

Irgendwann hatten wir genug Torii gesehen und auf ging es zum nächsten Tempel. Vom Bahnhof führte der Weg durch eine schmale Straße mit unzähligen (Ramsch-)Shops und Imbissen. Aber die Massen müssen dadurch, um zum zum nächsten Tempel mit der schönen Pagode, dem Kiyomizu-dera. Die Besonderheit hier: Der Unterbau inkl. sehr sehr großer Terrasse ist eine gewaltige Holzkonstruktion, die komplett ohne Nägel erbaut wurde.

Der „heiße Scheiss“ hier, noch mehr als an den anderen Tempeln: Rent-a- Kimono, um dann damit zu posen. Dem ein oder anderen steht er, die meisten sehen mindestens seltsam darin aus.

Der Tempel liegt im Gion-Viertel, bekannt und stark besucht wegen der alten hübschen Häuser dort. Aber leider völlig überlaufen und auch wenig authentisch.

Alles in allem haben wir viel Zeit dort verbracht. Tempel und Torii gucken macht hungrig, darum noch einmal kurz ins Zentrum und fündig geworden in dem ganz kleinen (veganen) Restaurant Nijiya mit nur sieben Sitzplätzen. Ausgesprochen lecker und sehr zu empfehlen.

Wir waren recht früh im Hotel und haben dann begonnen, die letzten Tage zu planen sowie Unterkunft und Transport zu buchen. Das Hotel hier in Kyoto haben wir spontan um eine Nacht verlängert, um einen weiteren Tag für die Sehenswürdigkeiten hier zu haben.

12 – Osaka Tag 4 – Nara und noch mehr Rehe

Nach dem Frühstück erstmal das nächste Hotel  gebucht, dann auf und mit dem Regionalzug für 870 Yen nach Nara.

Aus der Station ging es zu einem Erdbebensimulator, den wir im Vorbeigehen zufällig entdeckt haben.. Auf einem Sportsitz wurden drei größere Erdbeben nachgestellt. Wir wurden alle ordentlich durchgeschüttelt. Im Zimmer im 16ten Stock unseres Hotels möchte ich es nicht erleben müssen. Es sei denn, es steht auf den Dämpfern, die die Schwingungen komplett kompensieren, wie uns mit einem kleinen Modell eindrucksvoll vorgeführt wurde. Nur, woher weiß ich, welches Gebäude die verbaut hat?

Dann noch einen kurzen Stopp bei Starbucks vor dem Spaziergang in den Nara Park, mit vielen Rehen und Schulklassen.

Besonderheit hier: Die Rehe verbeugen sich (manchmal), um dann einen (Hirsch-) Keks zu bekommen, die vorher an kleinen Ständen gekauft werden können.  Unser Sohn , sehr streng 😉 , gibt nur Kekse raus, wenn sich die Rehe auch ordentlich mindestens dreimal verbeugt haben. Die Rehe, nicht doof, versuchen auch ohne nicken an die Kekse in den Taschen zu kommen. Der lustige Effekt: schreiende kreischende Schulkinder, die vor Schreck und – ohne die Ruhe unseres Sohnes – wegrennen und zur Freude der Rehe ihre ganzen Kekse verlieren. Die ehemals heiligen Rehe dürfen auch heute nicht verscheucht , geschweige denn gejagt, werden. So leben Keksverkäufer und Rehe in einen für beide Seiten lukrativen Beziehung.

Neben dieser Instagram-würdigen Attraktion hat Nara noch viele Weltkulturerben in Form von Tempeln zu bieten. Wir haben uns den Todaiji Tempel angeschaut. https://www.todaiji.or.jp/de/

Der große Tempel, die Buddha Halle, ist ein beeindruckendes Gebäude mit einer sehr, sehr großen Buddha Statue.Auch hier geben die Fotos das nur sehr schlecht wieder. Der Tempel ist eine der größten Holzkonstruktionen der Welt. Erbaut um 800 ist er zweimal ausgebrannt und in der jetzigen Form „nur“ 2/3 so groß wie das Original. 

Da wir noch viele Tempel vor uns haben, haben wir es dabei belassen und sind mit dem Zug zurück nach Osaka, direkt in ein weiteres veganes Restaurant, das Green Earth. Auch sehr gut, ein kleiner Familienbetrieb, Vater serviert, Mutter und Sohn kochen.

Nach einer kurzen Rast ging es nochmal los in eine nicht ganz so schöne Ecke Osakas. mit kleinen Restaurants, Bars und Schießbuden (mit Gewehr, oder Bogen). In einer ziemlich runtergekommenen Ecke führte der Sohn uns in eine „Magic Bar“. Etwas skeptisch haben wir uns darauf eingelassen. Der Besitzer, MK und seines Zeichens Magier, hat uns dann exklusiv für 1000 Yen / p.P. + Getränk 30min lang seine durchaus beeindruckenden kleinen Tricks vorgeführt. Es war am Ende besser als erwartet. Ohne die Recherchen von Nik vor der Reise wären wir im Leben dort nicht gelandet.

08 – Hiroshima -> Himeji

Mit dem Shuttlebus ging es um 09:50 zum Bahnhof, Abfahrt Shinkansen 10:50, pünktliche Ankunft in Himeji nach 242km und 57min (!!).

Vom Bahnhof zum Hotel waren es dann nur rund 500m. Dort das Gepäck abgeladen und direkt zur Burg Himeji, die 1993 das erste Weltkulturerbe Japans war und als die schönste Burg des Landes gilt.

Und in der Tat ist sie von allen Seiten schön anzusehen! Wir sind einmal durch das Hauptgebäude durchgelaufen, auf Socken! Vorher wurden allen Besuchern für die Schuhe Tüten ausgehändigt, sehr sinnvoll.

Die Burg wurde um 1600 rum in der heutigen Form erschaffen. Wie durch ein Wunder hat sie die Bombardements im Krieg unbeschadet überstanden, während ringsherum die ganze Stadt in Flammen aufging.

Mit dem gekauften Kombiticket ging es noch in den angrenzenden Garten Koko-en. Der konnte aber nicht mit dem in Hiroshima mithalten.

Abendessen gab es diesmal bei dem vietnamesischen Restaurant Ao Baba. Sehr lecker und es kamen einige Erinnerungen an unsere Vietnam-Reise vor drei Jahren hoch. Anschließend ging es Dank Nik auf einen Absacker in einer nahen Bar. Er hat einfach ein paar Leute angequatscht, wo man gut hingehen kann. Es war ein guter Tipp. Und auch hier gab es wieder eine Art Tischgebühr. 550Yen, dafür gab es dann eine Schale mit Schokolade und Nüssen. In der Bar in Tokio gab es für die Tischgebühr Flatrate Popcorn.

07 – Hiroshima – Inselbesuch

Ausblick beim Frühstück

Mit einem schönen Ausblick ging es beim Frühstück in die Planung der nächsten Tage. Am Ende haben wir es wieder geschafft, uns drei unter einen Hut zu bringen. Shinkansen und Hotel gebucht, so dass wir dann um 11:30Uhr entspannt auf die Fähre nach Miyajima gehen konnten. Es ist ein echter Touristen Hotspot, gefühlt viel mehr als gestern in dem Friedenspark.

Das Highlight auf der Insel ist das 16m hohe und 60 Tonnen schwere Torii. Wirklich sehr schön. Die Gezeiten waren gerade so, dass wir zu Beginn des Besuches zum Tor laufen konnten.

Wie das Tor gehören wilde (?) Rehe zu der Insel, die überall herum laufen und alles andere als scheu, sich gerne über die Inhalte der Rücksäcke hermachen. Auch Pässe (nicht unsere) werden schon mal angeknabbert.

Wenn man etwas vom Ufer wegging, war von dem Trubel nicht mehr viel zu spüren. Bei dem kleinen Spaziergang zum Daisho-Tempel waren wir fast alleine.

Am Ende des Trips war zumindest so viel Wasser um das Tor, dass sich das Motiv nochmal geändert hat.

Zum Ausklang ging es am frühen Abend mit dem Bus ein weiteres Mal zu dem kleinen Restaurant vom ersten Abend in Hiroshima, es war wieder sehr lecker und schon fast herzlich wurden wir begrüßt.

Was uns auffiel: Es gibt so gut wie kein Leben draußen. Auch an dem Hotel, obwohl direkt am Meer gelegen, gibt es keinen schönen Außenbereich mit Terrasse. Kein Vergleich zu den Altstädten in Europa.

05 – Tokio -> Hiroshima – Olaf, Joe, Emmanuel, Ursula

Tokio Tag 4 -> Hiroshima

Mit allem Gepäck ging es gestern (Mittwoch) mit der Metro zur Tokio Station zum Abfahrtsbereich des Shinkansen. Gebucht haben wir den Zug Namens Nozomi67.Der Nozomi ist der aktuell schnellste Shinkansen. Bis Hiroshima sind es mit dem Auto 860km, der Shinkansen fährt die Strecke in knapp 4h und das alle 20min. Ich erspare mir jeden weiteren Kommentar zur Deutschen Bahn. Auch am Bahnsteig ist alles perfekt organisiert. Markierungen zum Einstieg in die jeweiligen Wagen. Vor dem Einstieg noch die obligatorische Bentobox für den Sohn gekauft. Vegetarische / vegane gab es nicht.

Und dann ging es auf die Sekunde (!) pünktlich, los.

Wir haben uns für Hiroshima entschieden, weil dort das Wetter die nächsten Tage besser ist als in der Fuji und Kyoto / Osaka Region. Schön, wenn nicht alles vor vornherein durchgetaktet ist.

Die Fahrt war kurzweilig, am modernen Bahnhof in Hiroshima kam kurz nach der Ankunft der Shuttlebus zum Hotel, welches etwas außerhalb auf einer Insel liegt. Das etwas mondäne Hotel ist stolz darauf , den G7 Gipfel 2023 beherbergt zu haben. Alle oben genannten und noch ein paar mehr waren auch schon hier. Ansonsten versprühen die (Standard-) Zimmer den Charme der 70er Jahre, aber noch gut in Schuss.

Mit dem Bus und langsamer Straßenbahn ging es dann zum Abendessen wieder in die Stadt. Im Vergleich zu Tokio ist die Stadt mit immerhin 1,2 Mio Einwohnern beschaulich und ruhig, tut gut.

Wir haben ein winziges Restaurant von Claude empfohlen bekommen, etwas abseits, aber welches die regionale Spezialität auch in vegetarisch serviert: Okonomiyaki. Sehr sehr lecker!. Schön auch, dass es im dem kleinen Restaurant abseits aller Touristenströme keine englische Karte gab, aber mit Google Übersetzer kamen wir zurecht.

Wir sind noch ganz gut zum Hotel zurückmarschiert und es gab noch einen Absacker in der (langweiligen) Rooftop Bar, immerhin mit schöner Aussicht.

03 – Tokio Tag 2 – Bunt

Wir haben den Tag mit einem Besuch im teamlabs Digital Art Borderless Museum gestartet. 3h darin gingen schnell rum. Leider können die Fotos nicht ansatzweise wiedergeben, wie die Installationen wirklich wirken. Man taucht sprichwörtlich in fortlaufend neu generierte Bilder ein, diese werden um einen herumgemalt, jedes Bild wird in dem Moment geniert und spielt teilweise mit den Besuchern.
Von uns und vielen anderen Besuchern gemalte Bilder werden lebendig und werden Teil eines großen Aquariums. Der Besuch hat sich in jedem Fall gelohnt und war das Highlight des Tages..

Claude hatte wieder einen guten Tipp für ein veganes Restaurant. Wir waren im Alchemy direkt in der Nähe des Museums, sehr empfehlenswert.

Nächstes Ziel: Tokio Tower. Der 1962 fertig gestellte Fernsehturm, dem Pariser Eiffelturm nachempfunden, hat zwei Aussichtsplattformen, eine auf 150m, eine auf 250m. Wir haben uns für die untere entschieden, im Nachhinein die richtige Wahl.

Danach ging es noch zum Kaiser Palast, der mit seinen Parks ein riesiges Gelände in der Stadt belegt. Aber am Ende konnten wir nicht viel sehen, auf das Gelände kommt man auch nur in Teilen, da der Kaiser dort noch lebt. Wir blieben außen vor und haben dann zum Abschluss des Tages einen kleinen Billard Salon angesteuert.

Im dritten Stock eines unscheinbaren Gebäudes haben wir super Billiard Tische vorgefunden. In Deutschland habe ich noch noch nie gesehen, dass die Kugeln nach der Rückgabe alle einzeln abgewischt werden und der Tisch abgefegt wird.

Zum Wetter: um die 23Grad, bewölkt, aber trotz Regenzeit die meiste Zeit trocken. Für einen Städtetrip ideal.

Und noch was zum Metro System: Das ist einfach und super organisiert. Mir fällt nichts ein, was in Deutschland irgendwo daran besser ist. Züge, Busse und Metro sind pünktlich und es gibt ein einfaches, Japanweit (!!) einheitliches Zahlungsmittel (Suica Card). Einmal im Handy installiert, lässt es sich leicht nachladen und mit kurzem Vorhalten wird abgerechnet. Davon sind wir in D gefühlt Lichtjahre entfernt.