Can Tho – 01.10.24

06:00 Uhr, Wecker! Um 06:30 Aufbruch zur dem schwimmenden Markt von Cai Rang.

Ohne Frühstück ging es los, etwas zu Essen gab erst auf dem Markt. Human war unser Guide und führte uns nach 20min mit dem Rad zu einem kleinen Boot, auf dem die Bootsführerin uns mit aus getrockneten Palmblättern geflochtenen Tier-Kunstwerken begrüßte. Sehr nett gemacht, mal sehen, was wir davon heil nach Hause bringen können.

Über eine kleinen Seitenarm ging es auf einen nicht mehr ganz so kleinen Seitenarm zu dem Floating Market. Human erklärte uns, woran man die Verkäufer erkennt, nämlich an langen Bambusstöcken, an denen die Ware des Bootes ausgestellt ist. Aus vielen Provinzen im Mekong Delta kommen die Händler hierhin, bis zu 160km fahren sie, um in zwei, drei oder vier Tagen ihre Waren zu verkaufen, dann geht es wieder zurück.


Leider hat auch hier Corona seine Spuren hinterlassen, Während der Pandemie war der Markt geschlossen und hat seitdem nicht wieder zur alten Größe von 300 Booten zurückgefunden. Aktuell sind es wohl 100 Boote, die noch Ware anbieten. Andere Märkte dieser Art sind ganz verschwunden.

Interessant war es trotzdem, Frühstück gab es gestückelt, Banh Bao hier von einem Boot, Kaffee dort von einem Boot, frische Ananas auf einem weiteren.

Mit dem Boot ging die Tour dann zu einer Reisnudelfabrik, einem kleinen Familien-Handwerksbetrieb mit Tradition seit 1982. Dort durften (mussten 😉 wir selber Hand anlegen und die wie Crepes gebackenen Nudelrohlinge von der Platte nehmen und auf die Trockengestelle legen. Der nächste Schritt ist dann diese Rohlinge durch eine Maschine zu drehen, um die dünnen Nudeln zu schneiden.

Zum Abschluss der Tour ging es nochmal über einen lokalen Markt, diesmal an Land. Dort gab es Streetfood: frischen Tofu mit einer Ingwersoße. Sensationell. Der Tofu hat eine Konsistenz und Geschmack wie Panacotta. Wir hätten diesen Stand nie gefunden und würden ihn vermutlich auch beim nächsten Mal nicht erkennen.

Achtung, Marktbilder ! Die Kröten sind wieder (für uns) am schwersten zu ertragen, diesmal noch eine Stufe härter.

Zum Glück gibt es auch viel Schönes:

Human hat uns dann am Ende der offiziellen Tour sehr ans Herz gelegt, eine Schokoladen- Kakao Manufaktur im Ort zu besichtigen. Also sind wir doch nochmal die gut 4km über die sehr befahrene Hauptstraße zu diesem kleinen Betrieb geradelt – diesmal aber nur zu zweit. Der Gründer, Mr. Binh, hat uns mit seinen 74 Jahren erklärt, wie er von der Pike auf und im Selbststudium durch Bücher gelernt hat, Kakao zu produzieren. Seit den 60er Jahren stellt er nun Kakao her bzw. verkauft die Kakaobohnen, aktuell so um die fünf Tonnen im Jahr.

Mit neuem Wissen versehen ging es zurück zur Unterkunft. kurzer Powernap. Zum Lunch hat Human noch sticky rice mit Banane und Kokosmilch-Dip für uns bereit gestellt: auch super lecker.

Kurze Pause, dann hat Human uns eingeladen, mit dem Fahrrad zu einem Straßencafé auf ein kühles Getränk zu fahren. Und weil wir so fasziniert von den vielen für uns unbekannten Gemüsen und Früchten auf dem Markt waren, hat er uns anschließend noch aufgescheucht, um mit ihm einen Spaziergang durch sein Viertel zu machen und hat uns Bäume und Früchte erklärt. Konnten wir uns leider nicht alles merken und fotografieren, aber es ist schon irre, was dort alles wächst.

Ach, und da war noch dieser Kindersitz. Ohne Isofix.

Ben Tre -> Can Tho – 30.09.24

Es sind nur zweieinhalb Stunden Fahrt von Ben Tre nach Can Tho. Da es mit dem Bus nicht nur unwesentlich günstiger und vor allem umständlicher ist, weil wir jeweils noch mit Taxi zum Busbahnhof hin und am Ziel zur Unterkunft kommen müssen, haben wir uns wieder für eine privaten Fahrer entschieden. Diesmal war es das Besitzerehepaar des Homestays, die uns beide zur nächsten Unterkunft brachten. 1.300.000 VND = 50€.

Gegen 11:30 kamen wir im Mekong Farmstay Can Tho an. Das ist noch mal die ganz einfache Kategorie, fünf Hütten auf privatem Gelände. Die Hütten sind offen, haben ein Dach aus getrockneten Palmblättern, ein Außenbad und natürlich keine (!) Klimaanlage. Entsprechend warm war später die erste Nacht.

Am Nachmittag konnten wir die Fahrräder vom Homestay nutzen und sind die Hauptstraße entlang zu einem buddhistischen Zen Tempel geradelt. Was uns aber hier wirklich fertig macht, ist der ganze Müll. In ganz Vietnam ist es augenfällig, dass es ein großes Müllproblem gibt. Aber nirgendwo war es so extrem wir hier. In den kleinen Seitenarmen des Mekong türmt sich der Müll. Entlang der Straßen Tüten und Becher ohne Ende. Hausmüll wird einfach am Strassenrand abgestellt oder direkt in den Fluß geworfen.

Human (so sein Spitzname, von Human Being), unser Gastgeber, hat uns später erklärt, dass die Müllabfuhr einen Dollar / Monat kostet, sich die meisten das aber sparen wollen. Sehr traurig.

Der Tempel selber war nochmal sehr schön, daher auch dieser Beitrag nicht ohne Tempelbilder:

Auf dem Rückweg sind wir noch auf das Gelände einer privaten Universität geradelt und haben uns umgeschaut. Sehr nett. Es war unglaublich viel los und irgendwie schauten uns viele ganz entgeistert, aber freundlich an. Einer hielt extra an, um zu erfahren, woher wir kämen und erzählte uns stolz in eher leidlichem Englisch, dass er dort Englisch-Lehrer sei. Hoffentlich haben seine Studenten mehr Sprachbegabung. In die schön um einen kleine See gruppierten Gästehütten (für Professoren und Dozenten von ausserhalb) wären wir gerne eingezogen.

Abends hat die Mutter von Human lecker gekocht und es wurde viel zu viel aufgetischt. Wir haben uns alle Mühe gegeben, aber konnten unmöglich alles aufessen.

Ben Tre – 27.-30.09.24

Heute ein extra gutes Beispiel für Kundenservice. Der nächste Gastgeber vom „La Villa de CoCo Ben Tre“ schrieb uns noch vor unserer Abreise an, er hätte ja gesehen, dass wir erst sehr spät ankommen würden und uns angeboten, dass der Fahrer, der uns vom Flughafen abholt, unterwegs anhält, damit wir noch die Chance haben, etwas zu essen. Super Idee! Wir haben ihm direkt geschrieben, dass wir das Angebot gerne annehmen, wenn er ein gutes Restaurant mit veganer oder vegetarischer Karte entlang der Strecke kennt.

Nachdem der Fahrer uns am Ho-Chi-Minh Flughafen eingesammelt hatte und nur wenige Kilometer gefahren war, hielt er direkt vor einem rein veganen Restaurant an. Wow, so schnell hatten wir damit nicht gerechnet, schon garnicht mit so einem speziellen Restaurant.

Unser Fahrer, der wie schon der aus dem Norden, kein einziges Wort Englisch sprach, wartete geduldig im Auto, während wir drinnen lecker gegessen haben. Danach hat es dann noch ca. 2,5 h gedauert, bis wir im wunderschönen und sehr komfortablen Homestay angekommen sind.

Wir hatten schon von unterwegs aus der einen gebuchten Nacht zwei gemacht und uns am nächsten Tag entschieden, noch eine weitere dranzuhängen. Ein guter Platz, um (fast) nix zu tun. Wir spürten, dass wir mal ein bisschen Muße brauchen und das hier ist der perfekte Ort dafür.

Den nächsten Tag haben wir also erst einmal sehr entspannt angehen lassen: aussschlafen, in Ruhe das Frühstück genießen, am und im Pool relaxen. Tat gut.
Am frühen Nachmittag sind wir zu einer kleinen Roller-Tour aufgebrochen, um die Umgebung zu erkunden. Das war eher weniger erquickend. Wir hatten uns laut Beschreibung aus dem Reiseführer ein beschauliches Örtchen vorgestellt. Es entpuppte sich aber als eine genau so quirlige, volle Stadt wie die meisten. Verkaufsstand und Handwerksbetriebe aller Art reihen sich über Kilomer aneinander, viel Verkehr. Hier gibt es auch alle paar Meter offensichtlich sehr arme Losverkäufer am Straßenrand. Das haben wir im Norden gar nicht gesehen

In der Nähe des Homestay haben wir noch ein paar wirklich kleine Sträßchen gefunden, die uns durch Kokospalmen Plantagen zurück zum Homestay geführt haben. Ein Tempel war sogar auch noch dabei.

Dann nur noch chillen und leckeres Abendessen in der Unterkunft.

Am nächsten Morgen ging es mit Vy eine kleine geführte Tour mit dem Fahrrad zu einem kleinen Seitenarm des Mekong, dort in ein kleines Boot ein wenig den Fluß hoch. Wir haben Wasserkokospalmen gesehen, leider waren die Früchte, die der Führer finden konnte alle nicht gut. Es gibt aber wohl keine Möglichkeit, das von außen zu erkennen, darum wurde aufgehackt. Anschließend ging es mit einem größeren Boot auf einen größeren Seitenarm des Mekong. Dort durfte ich ans Ruder. Dann noch Fischfarm und Krötenfarm anschauen. Hätte nicht sein müssen, schon hatte ich wieder die kopflose Kröte vor Augen.

Nach der Bootstour zu einer Kokospalmen- und Kakao Plantage. Die beiden Bäume ergänzen sich gut. Kokosnuss gab es direkt vom Baum zum trinken (lecker!), dazu Schokolade, die aus den hier angebauten Kakaofrüchten produziert wurde . Danach ging es wieder zurück zum Homestay. 2,5h, genug Program für heute.
Pool, planen der nächsten Tage, Fotos sortiert, das wars es hier.

Die Tage hier taten gut, danke an das ganze Team dort.

Siem Reap – Tag 3 – 27.09.24

Nach dem Check Out ließen wir das Gepäck im Hotel, der Flieger geht erst heute Abend um 18:20 Uhr. Wie besprochen stand Don mit seinem Tuktuk um 8 Uhr vor dem Hotel. Heute wollten wir zum Tonle-Sap See, dem größten See Ostasiens, der in der noch andauernden Regenzeit seine Fläche um Faktor 3 vergrößert und die Dörfer am Rand auf Pfählen im Wasser stehen läßt.

Klang interessant, deswegen heute keine Tempel auf dem Programm. Die Fahrt zum See dauerte ca. 50min. Was wir leider vorher nicht recherchiert hatten: das ganze kostet natürlich. Kurz vor dem Dorf ein Ticketschalter: 20$ p.P. Eintritt mit Bootsfahrt. Und das ist die einzige Möglichkeit, sich dem Dorf per Boot zu nähern! Doof, dass wir gerade vorher im Hotel bar bezahlt und nur noch 30$ hatten, die eigentlich für das Mittagessen und noch das ein oder andere Trinkgeld vorgesehen waren. Don hat es irgendwie geregelt, dass die 30$ doch reichten. Spoiler: Auch die waren noch zu viel.

Wir wußten nicht genau, was wir zu erwarten haben. Das wir am Ende der Straße in ein Boot gesetzt wurden, ok. Der Kapitän war aber extrem unfreundlich (kann eigentlich kein Kambodschaner gewesen sein).

Eigentlich sollte die Fahrt ca. 2h dauern. Aber nur, wenn man (natürlich gegen Geld) am Ende des Dorfes aussteigt und sich in einem Kajak durch den im Wasser stehenden Mangrovenwald schippern läßt und anschließend noch ein Krokodil im Aquarium anschaut. Beides haben wir nicht gemacht (hatten ja auch kein Geld mehr, aber selbst wenn…). Als wir ein kleines Stück raus auf den eigentlichen See gefahren waren, wurde der Motor ausgemacht und wir wunderten uns schon, was nun kommt. Keine zwei Minuten später schipperte von hinten ein kleines Bötchen heran, legte seitlich an und natürlich, wie kann es anders sein, wollte auch diese Dame wieder irgendwas verkaufen. In dem Fall Getränke (große Kühltruhe war mit an Bord) und einen Block mit Stift, um die lokale Schule zu unterstützen. Wir dümpelten noch eine Weile auf der Stelle rum, bevor es dann wieder zurück ging und wir nach einer Stunde am Tuktuk standen.

Das fühlte sich an wie Nepp. Überhaupt finden, wir, dass die Touristen in Kambodscha (zumindest in Siem Reap) schon gemolken werden. Die Preise für das Essen in den an den Tempeln gelegenen Restaurants hat europäisches Niveau bzw. liegt teilweise darüber. Das steht in keinem Verhältnis zu den Einkommen in dem Land. Etwas, was wir so extrem in Vietnam nirgendwo erlebt haben. Aber auch Don beklagte sich noch viel mehr und zu Recht, dass das Leben in Kambodscha sehr sehr teuer ist.

Nach einem kurzen Besuch auf einem lokalen Markt auf dem Festland hatte Don dann doch noch zwei kleine Tempel auf dem Programm, Preah Ko und Bakong, beide aus dem 9ten Jahrhundert. Letzterer war noch mal ein richtiges Highlight zum Schluss.

Dann hieß es Abschied nehmen: Don hat uns am Hotel abgesetzt, für ihn hatten wir natürlich Geld zurückgelegt. Da er uns partout nicht sagen wollte, wieviel er pro Tag bekommt, haben wir ungefähr hoffentlich das Doppelte (je nachdem wen man fragt) dessen bezahlt, was sonst überlicherweise ein Tuktuk-Fahrer bekommt. Und trotzdem wissen wir, dass es noch zu wenig ist. Wir haben beschlossen, Don und Ky (vom Anfang in den Bergen Vietnams) auch zukünftig aus der Ferne ein wenig unterstützen.

Treues Gefährt: TukTuk Do(r)n 09

Kreditkarte sei Dank, konnten wir dann im Hotel noch eine Kleinigkeit essen, bevor uns ein Fahrer vom Hotel zum Flughafen gebracht hat. Vorher wurde uns von den Hotel Mitarbeiten zum Abschied an der Tür noch eine Schal, ein Krama, umgehängt, der uns Glück bringen soll.

Der Fahrer hat uns auf der Fahrt viele Fragen gestellt und war zu recht stolz auf sein wirklich gutes Englisch, welches er hauptsächlich über YouTube gelernt hat. Respekt! Demnächst möchte er auch Deutsch mittels YouTube lernen.

Siem Reap – Tag 2 – 26.09.24

Achtung, es kommen wieder viel zu viele Tempelbilder !!

Heute war Schwerstarbeit für das TukTuk angesagt, wir sind 144km gefahren, am Ende für „nur“ zwei Tempel!

Früh um 07:30 Uhr ging es schon los, denn schnell ist so ein TukTuk nicht wirklich. Erster Stop war ein weiterer Dschungel Tempel, dem Beng Mealea. Im Gegensatz zum Ta Prohm Tempel von gestern war dieser Tempel noch nicht wieder aufgebaut. Dank unserer mittlerweile umfangreichen Tempelerfahrung konnten wir den ein oder anderen Steinhaufen aber zuordnen. Völlig zerstört ist noch der große Tempelturm in der Mitte. Da haben die Restauratoren noch ein ganzes Stück Arbeit vor sich.

Und weil’s so schön ist, noch ein paar Bilder ohne Farbfilm:

Weiter ging es anschließend durch die Landschaft Kambodschas, vorbei an kleinen und recht ärmlichen Dörfern, endlosen Reisfeldern und entlang einer kleinen Gebirgskette.

Zweites Ziel war der Tempel der Frauen. Ein sehr kleiner Tempel aus rötlichem Sandstein. Schnuckelig. Wir haben auch das Glück, dass wirklich wenig Touristen unterwegs sind und wir die kleineren Tempel gestern und heute fast alle für uns hatten. Dazu kam natürlich, dass die beiden von heute schon sehr weit weg der üblichen Tempelroute liegen.

Nach dem Tempel kamen wir in ein Mega Gewitter. Erst wurde das TukTuk vorne zugemacht, dann an den Seiten. Dann hatte Don seinen Poncho an und am Ende saß Don mit uns hinten im TukTuk, weil unfassbar viel Regen runterkam. Hätten wir ihn aber nicht genötigt, anzuhalten und zu uns nach hinten zu kommen, wir glauben, er wäre weiter gefahren. Wir konnten es aber nicht ertragen, ihn in dem Unwetter vorne sitzen zu sehen.

Auch weil Don trotz Regenschutz natürlich ziemlich nass geworden ist, haben wir es dann gut sein lassen und Don gebeten, uns zum Hotel zu fahren. Noch einmal in den Pool, dann zum Abendessen wieder ins vegane Restaurant Hey Bong und dann an der Bar kniffelnderweise den Abend ausklingen lassen.

Die Bedienungen sind so unglaublich aufmerksam, höflich und herzlich. Jeder scheint unseren Namen zu kennen (Mrs. Antje and Mr. Frank), weiß was wir trinken und wann unser letzter Abend ist.

Heute war Antje kurz alleine schon an die Bar vorgegangen und direkt kam die fast schon besorgte Frage „Where ist Mr. Frank?“ Und bei der Bestellung war scheinbar auch direkt klar: „Another Mai Tai?“

Siem Reap – 25.09.24

Pünktlich um 9 Uhr stand unser Fahrer Don vor dem Hotel. Erst mal eine herzliche Umarmung mit Drücker, dabei kannten wir uns bisher nur von WhatsApp und durch die Vermittlung des Freundes aus Deutschland.

Mit seinem TucTuc ging es zuerst zum TicketOffice für den Angkor Park Komplex. Eine sehr große Abfertigungshalle, ziemlich leer. Generell ist nicht viel los. Das hören wir von sehr vielen hier. Alle hoffen auf die Trockenzeit und mehr Touristen
Mit dem Ticket für drei Tage (62$ p.P) ging es dann direkt zu Angkor Wat. Don hat uns mit Wasser versorgt und wartete dann am TucTuc auf uns.

Gute 1,5h Stunden sind wir auf dem riesigen Gelände geblieben und die gingen rum wie nix.

Es gibt unglaublich viele schöne und interessante Details mit Statuen, Reliefs und Verzierungen aller Art.

Nach dem großen Angkor Wat Tempel ging es zum Bayon Tempel. Von außen sieht er wirklich – so wie im Führer beschrieben – wie ein riesiger Steinhaufen aus. Aber einmal auf dem Gelände im Detail noch interessanter als Angkor Wat. Der Tempel ist mein Favorit.

Es gab dann noch den ein oder anderen kleineren Tempel zu besichtigen:


Ein weiteres Highlight ist der Ta Prohm Tempel (Antjes Favorit). Dieser Temple wurde in Teilen so belassen, wie der der Urwald ihn sich zurückgeholt hatte. Die Würgefeige macht ihrem Namen alle Ehre. Wie Alienfinger schlängeln sich ihre Wurzeln durch die Steine hindurch. Sehr beeindruckend. Für diejenigen, die die ganzen Tempel hier freigelegt haben muss es eine unglaubliche Arbeit gewesen sein, erst die Bäume zu entfernen und dann die Steine wieder zusammenzupuzzeln.

Am Abend ging erst in ein weiteres rein veganes Restaurant, Hey Bong. Sehr lecker, sehr interessante Karte, sehr leer.

Danach sind wir zu Fuß ein paar hundert Meter weiter in die Altstadt mit der berühmten Pub Street. Auch hier war wenig los, zu besseren Zeiten schoben sich hier die Massen durch. Wir haben uns einen Platz in einer Bar auf der ersten Etage gesichert und von dort mit Mocktails das Treiben und die Kinder beobachtet, die hier auf die Straße geschickt werden um (sehr sehr hartnäckig) zu versuchen, nutzloses Zeug zu verkaufen. Die jüngsten (geschätzt) 5-6 Jahre, die älteren 12-14.

Hoi An -> Siem Reap – 24.09.24

Wir haben uns ja recht kurzfristig entschlossen, doch noch Ankor Wat mitzunehmen. Gerne wären wir deswegen von Da Nang direkt nach Siem Real in Kambodscha geflogen, aber es gab keinen Direktflug mehr zu buchen, also erst nach Ho Chi Minh City und dann von da aus nach Siem Reap.

Die Einreisemodalitäten hatte Antje vorab an Ihrem Handy übe die neue App eingestellt. Erst das Visum gebucht, wenn das genehmigt wurde, konnte das e-Arrival Dokument ausgefüllt werden. Beides wurde in der App gespeichert. Antje hatte sich zudem noch das genehmigte Visum per Mail schicken lassen. Sollte reichen. Eigentlich.

Erst mal ging es per Shuttle Service vom Hotel zum Flughafen von Da Nang. Wir sitzen im Flieger, auf einmal quietsch quietsch… Quietschekind war auch an Bord! Zum Glück weit hinter uns 😀

Problemlos ging alles weiter bis Siem Reap. Wir landeten auf dem erst im letzten Jahr eröffneten riesigen und sehr sehr leeren Flughafen, 52km (!) außerhalb der Stadt. Gebaut mit aktuell Kapazität von 7 Mio Passagieren im Jahr (ist damit so groß wie der in Stuttgart) und soll in den Jahren bis 2050 noch ausgebaut werden auf 20 Mio (und wäre damit größer als der in Düsseldorf). Die armen Tempel, wenn das mal voll ausgenutzt wird.

Mit allen notwendigen und in der App vorliegenden Dokumenten konnten wir direkt zur Kontrolle. Ich bin mehr oder weniger direkt freundlich durchgewunken worden. Etwas komisch war schon, dass in der App mein Visa und mein e-Arrival Dokument als gespeichert hinterlegt waren, aber von Antje nur das e-Arrival. Das fanden die Grenzbeamten dann auch komisch und wollten Antje erst mal nicht reinlassen. Nach und nach kamen drei hochrangig dekorierte Beamte dazu und beratschlagten sich. Das per Mail gesendet Visum wurde gezeigt, reichte nicht. Gut, dass wir auch noch Screenshots von dem bestätigten Zahlungsvorgang für die Visagebühren gemacht hatten. Der wurde dann auch noch mit deren Handys abfotografiert und per WhatsApp zu einem weiteren Beamten (vermutlich mit noch mehr Sternen) geschickt. Es blieben aber alle sehr freundlich, sie haben sich auch mehrfach entschuldigt, die App gäbe es erst seit ein paar Tagen. Irgendwann kam dann die Freigabe und wir konnten endlich raus zum bestellten Fahrer vom nächsten Hotel.

Hier im Eightfold Urban Resort haben wir es auch gut angetroffen. Die Empfehlung hierzu und die Vermittlung des TucTuc Fahrers Don für die Zeit hier haben wir schon frühzeitig zu Hause bekommen.

Hoi An – 23.09.24

Da der Tag trocken begann, haben wir direkt nach einem sehr guten Frühstück wieder einen Roller gemietet und sind zum Strand. Premiere: Baden im Südchinesischen Meer.

Viel mehr als entspannten Beachtag gab es heute nicht, kein großes Programm. Der Shuttle für morgen zum Flughafen ist bestellt, die nächsten Unterkünfte gebucht.

Beim zweiten Besuch wurden wir in der Chickpea Eatery schon wie Stammgäste behandelt und sind mit den Bedienungen ein wenig ins Gespräch gekommen, mit einer in Englisch, mit der anderen in Deutsch. Junge Frauen, die sich für Australien bzw. Deutschland um Visa bemühen, was wohl recht langwierig und schwierig zu bekommen ist. Khua will nach Deutschland zu ihren Eltern und dann Steuerfachgehilfin (!) lernen. Respekt!

Nach dem Essen haben wir dann einen Spaziergang über den Markt gemacht. Ein Stand wie der andere. Aber schöne Motive.

Zum Abschluss haben wir wieder die Cyclo’s Road Bar angesteuert, in der wir gestern schon etwas getrunken haben. Der Besitzer hat uns direkt wieder erkannt und sich gefreut, uns wiederzusehen. Als wir dann noch erzählten, dass das unser zweiter und letzter Abend, hat er sich noch mehr gefreut, dass wir den Abend bei ihm verbringen. Darauf wollte er unbedingt mit einem Whiskey anstoßen.

So kam Antje zu ihren ersten Whiskey überhaupt. Sehr empfehlenswert sind seine IPA Craft Biere!

Hoi An bleibt uns in guter und bunter Erinnerung!

Morgen geht es für ein paar Tage nach Kambodscha 🇰🇭!

Hue -> Hoi An – 22.09.24

Achtung, dieser Beitrag enthält möglicherweise verstörende Fotos!

Tour mit kleinem Bus gebucht für 300.000 p.P, der aber nicht auf dem schnellsten Weg nach Hoi An fuhr, sondern an vier Stationen Halt machte. Das gab uns die Möglichkeit, noch ein paar Eindrücke der Region mitzunehmen.

Erster Stopp: an einer alten und wirklich schönen Brücke mit angrenzendem Night-Market. Der öffnet schon morgens um vier (!).

Alles, was es dort gibt, ist wohl sehr frisch und manches lebt bis zum Verkauf. Fische werden in mit Wasser gefüllten Schüsseln am Leben gehalten und bei Kauf getötet und direkt ausgenommen. Kröten werden mit der Schere Köpfe und Beine abgeschnitten, schwer anzuschauen. Die hüpfende Kröte ohne Kopf wird mir noch was im Gedächtnis bleiben.

Zweiter Stopp: An einer Lagune. Ging so.

Dritter Stopp: Wolken-Pass. Den wollten wir unbedingt sehen und haben auch deswegen nicht den Expressbus genommen. Der Wolkenpass ist Wetterscheide (heute nicht wirklich) und natürliche Grenze zwischen dem südlichen und nördlichen Teil von Vietnam. Die Grenzanlage dort ließ schon der Kaiser Minh Mang bauen, um seinen Palast in Hue vor den Cham zu schützen, die im Süden lebten.

Vierter Stopp: Die fünf Marmorberge bei Da Nang, benannt nach den fünf Elementen der traditionellen östlichen Philosophie: Wasser, Erde, Metall, Feuer und Holz. Wir waren auf dem Wasserberg, mit Pagoden, Tempeln und Höhlen. Dazu unten am Fuß des Berges jede Menge Steinmetze, die Marmor (mittlerweile aus anderen Regionen) zu Hauf bearbeiten.

Nach insgesamt 6h sind wir in Hoi An angekommen und haben im La Siesta Resort & Spa eingecheckt. Sehr schöne Anlage mit vier Pools und wunderschönem Garten.


Im Regen ging es abends nach Hoi An in die berühmte Altstadt. Abendessen gab es in dem rein veganen Restaurant Chickpea Eatery. Das fühlte sich nach den Eindrücken vom Markt heute früh richtig gut an. Das Essen war hervorragend und mit schönem Ambiente.
Auf Dauer nicht sehr amüsant: die Familie mit dem Kind und den Quietsch-Schuhen … jeder Schritt ein Quietschen wie von Ernies Quietscheente. Und das Kind rannte ziemlich viel rum ! 🙉
Wir waren Gott sei Dank schon satt und zufrieden und sind weiter gezogen.

Am Fluss haben wir mit Cocktails das Treiben beobachtet. Schön bunt und laut. Und, wie vorhergesagt, sehr, sehr touristisch.

Hue – Tag 2 – 21.09.24

Wir haben den Roller auch für den heutigen Tag behalten, um ein wenig das Hinterland von Hue zu erkunden und ein paar weitere alte Steine anzuschauen.

Kaum aus Hue raus, sind wir an einem riesigen, über mehrere Hügel verteilten (buddhistischen?) Friedhof vorbeikommen. Man findet dort Gräber von sehr einfach bis geradezu pompös. Da lob ich mir doch ein Urnengrab. Aber es geht auch noch pompöser, allerdings muss man dazu Kaiser gewesen sein.

Es ging in Richtung des Grabes von Minh Mang, Kaiser von 1820 bis 1841. Die Navi-Software führte uns geradewegs, entsprechend auch der Schilder am Straßenrand, zu einem kleinen Haus, wo wir wirklich freundlich von einem Mann in gutem Englisch begrüßt wurden.

Der Roller bekam die Parklplatznummer 47 zugewiesen, gut dass wir dafür auch einen „Parkschein“ aus Metall bekommen haben. Wir hätten uns sonst schwer getan, den Roller wiederzufinden, es stand nämlich noch einer da, vermutlich sein eigener.

Wir haben uns nett unterhalten, Cola getrunken und dabei erfahren, dass der Tourismus auch dort seit Corona sehr zurückgegangen ist, vor allem weniger Europäer. Er sprach von 100 statt früher 500-600 Besuchern am Kaisergrab.
Danach ging es ca. 200m zum Eingang des Grabkomplexes. Dort war dann auch – wie schon längst vermutet – der „offizielle“ Parkplatz, direkt am Ticketcounter.

Die Grabanlage selber ist riesig, parkähnlich und nach Feng Shui angelegt. Um alle Aspekte dafür zu berücksichtigen, haben die Planer 14 (!) Jahre noch zu Lebzeiten des Kaisers gebraucht (!), Die ganze Anlage symbolisiert über mehrere Gebäude hinweg den Übergang von der irdischen in die himmlische Spähre.

Ein zweites kaiserliches Grab haben wir im Vorbeifahren entdeckt: das Grab von Thieu Tri., dem Sohn von Minh Mang. Der hatte nicht so viel Zeit, seine Grabanlage zu planen und wollte es auch etwas bescheidener. Genau so hat er es auch bekommen. Das hält an bis heute, die Anlage ist bei Weitem nicht in so guten Zustand wie die seines Vaters. Die Grundstruktur ist wiederum erkennbar, trotz der teilweise gar nicht mehr vorhandenen Gebäude. Fast ein „Lost place“

Dann kam der Regen und wir sind zurück in die Stadt, direkt wieder zu “Nina Café & Restaurant”.

Kurz was zum Roller fahren:

– Rechts abbiegen: einfach fahren, bloß nicht gucken

– Links abbiegen: möglichst früh rüber und ganz links halten, so links, dass man meint man fährt in England. Und dann die Lücke suchen, um nach rechts zu kommen. Oder so ähnlich.

– Am Allerwichtigsten aber gilt die Regel: fahren, fahren, fahren und zwar bei konstanter, eher langsamer Geschwindigkeit.

Ich habe es dem Roller neben mir nachgemacht

Zum Glück gilt nicht das Gesetz des stärkeren, sondern des Geschickteren und dem der besseren Hupe.