17 – Rund um den Fuji

Frank hat heute den frühen Vogel gespielt und ist schon um kurz nach acht raus, weil es strahlendblauen Himmel gab. Tatsächlich hat er den Fuji in all seiner Pracht erwischen können. Bis wir dann alle drei soweit waren, hatte es sich bereits zugezogen und für den Rest des Tages klarte es auch leider nicht mehr auf. Das machte aber nix, denn wir haben den zweiten Tag in Folge die höchsten Berg Japans (3776m) uneingeschränkt bewundern können.

Zunächst ging es nach einem Frühstück bei …. ja, natürlich: bei Starbucks 😉 ….. nach Fujigoko am Lake Kawaguchi.

Mount Fuji ist immer da

Hier am Ostufer des Sees hat man vom Mount Tenjo einen besonders schönen Blick auf den Fuji. Der Plan war, hoch zu gehen (ca. 400 Höhenmeter) und mit der Seilbahn wieder runter. Die war aber leider geschlossen, sodass wir dann auch wieder zu Fuß runter mussten. Frank hat sich mit zwei Stöcken beholfen, um den Abstieg für sein Knie etwas geschmeidiger zu gestalten. Hat geholfen! Und der Aufstieg bis ganz oben (sogar nochmal einen View-Point weiter als die Bergstation der Seilbahn) hat sich auf jeden Fall gelohnt und es gibt nun gefühlt hundert weitere Fotos vom Fuji …..

Weitere kamen dann noch hinzu, als wir für 15€ die Maut-Straße zur sogenannten 5. Station auf 2.300m hochgefahren sind. Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter bis auf den Gipfel, und das auch nur in der Zeit von Anfang Juli bis 11. September.

Auch das war absolut lohnenswert. Erstaunlicherweise war es relativ leer, wir konnten dort oben entspannt ein wenig rumlaufen und sowohl die Fernsicht zu den japanischen Nordalpen (Hida-Gebirge) als auch zum plötzlich „sehr nahen“ Fuji-Gipfel genießen. Einzig, es war nur mit T-Shirt und kurzen Hosen bei nur noch 13 Grad ziemlich frisch. Wir hatten überhaupt nicht darüber nachgedacht, vielleicht noch eine Jacke einzupacken …. im Auto war’s aber noch schön warm und auf dem Rückweg über die rund 26km konnten wir uns wieder aufwärmen.

Im Örtchen Fujikawaguchiko haben wir dann noch ein veganes Restaurant entdeckt. Plant Nation hat gerade erst vor zwei Monaten eröffnet, wir wünschen den Betreibern viel Erfolg. Es war lecker und uns hat’s gefallen – auch wenn wir die einzigen Gäste waren. Aber im Moment ist hier halt auch keine Saison. Selbst beim nahegelegen Lawson Store, einem wohl sehr bekannten Instagram-Spot, war so gut wie nix los. Sowieso völlig verrückt, warum es einen Hype darum gibt, hier den Fuji zu fotografieren, der über dem Flachdach des Minimarktes aufragt……

16 – Kyoto -> Mount Fuji – Glamping

Nach dem gestrigen 100% Regentag schien heute früh wieder ganz freundlich die Sonne und wir sind gut gelaunt in den Shinkansen Richtung Fuji gestiegen.

Nach knapp 2,5 Std. Fahrt waren wir in Shin-Fuji und haben sogar kurz vor Ankunft aus dem Zug noch den Mount Fuji sehen können. Was für eine Freude, denn diese uneingeschränkte Sicht gibt es immerhin nur an ca. 60-80 Tagen im Jahr. Mit anderen Worten: was für ein Glück wir scheinbar hatten, schon bei Ankunft und vor allem im Juni eine freie Sicht zu haben.

Der erste Gang führte uns dann zur Mietwagen-Station. Frank hatte ganz kurzentschlossen vor Abreise in Deutschland noch die notwendige Führerschein Übersetzung beauftragt, die wir dann (schon in Tokio) bei einem 7-Eleven ausdrucken konnten. Es war ein bisschen spannend, denn hier gilt Linksverkehr und es ist doch etwas gewöhnungsbedürftig.

Hat was von Amerika

Aufgrund des guten Wetters haben wir uns direkt den vorletzten Punkt von Niks‘ „Bucketliste“ vorgenommen und haben den Arakura Fuji Sengen Schrein angesteuert. Dafür mussten wir quasi einmal zur Hälfte um den Fuji herumfahren und konnten mal wieder beobachten, wie schnell sich das Wetter in der Höhe ändern kann. Es hatte sich nämlich zugezogen, aber mit ein bisschen Geduld klarte es nochmal auf, wenn auch der blaue Himmel fehlte.

Kleiner Fun Fact: wir hatten eigentlich den offiziellen Parkplatz ins Navi eingegeben, doch es erwartete uns ein Wirrwarr aus kleinen Sträßchen und so ziemlich jeder Anwohner, der ein kleines Stückchen Fläche hatte, buhlte um die Gunst der Touristen, ihren Parkplatz zu nehmen. Wir fühlten uns sehr an ein Erlebnis genau dieser Art in Vietnam erinnert. Der eigentliche, offizielle Parkplatz war so gut wie leer. Es war allerdings auch nicht so sehr viel los. Das sieht zur Kirschblüten-Zeit wahrscheinlich ganz anders aus.

Danach haben wir uns mit Spannung aufgemacht, unser nächstes Übernachtungsziel anzusteuern: Mount Fuji Glamping Villa Kawaguchiko. Als wir ankamen, war die Ernüchterung groß. Wir haben uns eigentlich nur schlapp gelacht und konnten nicht glauben, was hier scheinbar als „Glamping“ durchgeht: auf einem großen Schotterplatz stehen 15 Wohncontainer (immerhin mit kleiner Terrasse) in zwei Reihen an einer Kreuzung mitten in einer Wohnsiedlung (unser steht wenigstens in zweiter Reihe und nicht direkt an der Straße). Check-in läuft komplett digital, einen Menschen sieht man hier nicht. Es gibt auch nur einen weiteren bewohnten Container, ansonsten ist hier nix los. Was ein Reinfall, doch als hätten wir es geahnt, haben wir nur zwei Nächte gebucht. ABER: wir können endlich einmal einfach draußen sitzen. Morgen werden wir eh den ganzen Tag unterwegs sein, also tragen wir es mit Fassung und machen das Beste draus.

13 – Osaka -> Kyoto Tag 1 – Start des Tempel-Marathons

Ein letztes Frühstück in Osaka, dann Sachen zusammenpacken und ab zunächst zur Metro und einmal umsteigen in den Zug nach Kyoto – leider haben wir den Bummelzug erwischt, der gefühlt an jeder Milchkanne hielt. War aber nicht so ganz furchtbar schlimm.

In Kyoto angekommen, ging es – mit einem sehr rasanten Busfahrer – zum Hotel. Der hatte einen Fahrstil ….. man, man, man …. Im Hotel haben wir nur schnell das Gepäck abgegeben und sind dann direkt losgezogen. Der Sohnemann hat für die beiden Tage das Programm zusammengestellt.

Erster Halt war der Hein Jing Schrein mit einem sehr schönen Teichgarten. Leider haben die Seerosen noch nicht geblüht, daher war es etwas „farblos“, aber trotzdem schön angelegt.

Der nächste Stopp war Ginkaku-ji (Silberner Pavillon Tempel) mit einem wunderschönen Zen-Garten. Besonders beeindruckend: das weiße Sandmeer und der einzigartige Sandhügel in der Form des Mount Fuji. Sie sollen den dunkel gehaltenen Pavillon nachts, wenn der Mond sich in ihnen reflektiert, hell schimmern lassen.

Last but not least ging es noch zu einem der größten Zen-Tempel von Kyoto, der Nansen-ji. Ursprünglich war es ein Kaiserpalast, aber Kaiser Kameyama, der später selbst buddhistischer Mönch wurde, ließ den Palast 1291 in einen Zen-Tempel umwandeln. Noch heute wird dort gelehrt. Im Außenbereich gibt es zudem auch noch eine Seltenheit zu sehen, nämlich eine etwa 200m lange Aquäduktbrücke.

Nicht weit von dem Tempel entfernt hatte Nik ein Tofu-Restaurant für die „Veganen Eltern“ rausgesucht. Wir waren sehr gespannt und es war eine komplett neue Erfahrung. Der Tofu wurde am Tisch in einer Porzellan-Schüssel auf einem Gaskocher erhitzt. Die dazugehörigen Beilagen wurden nach und nach serviert. Wir waren teilweise etwas unsicher, wie man was isst, aber uns wurde super freundlich und geduldig alles mit Händen und Füßen und ein paar Brocken Englisch erklärt. Auf jeden Fall ein Erlebnis.

10 – Osaka Tag 2 – Architektur

Irgendwie war heute ein etwas trödeliger Tag. Muss aber wahrscheinlich auch mal sein. Wir haben schon so viel gesehen …..

Gegen halb zwölf sind wir losgezogen und zunächst mit der Metro Richtung Osaka-jo, der Burg, die ebenso wie die Burg in Himeji um 1600 erstmalig erbaut wurde. In einem riesigen Areal mitten in der Millionen-Metropole ragt die Burg empor. Früher war sie die größte des Landes, ist aber mehrfach zerstört, wieder aufgebaut und restauriert worden. Heute ist sie allerdings mehr ein Museum im Look einer Burg, durch das die Touristen-Scharen im Einbahnstraßen-System geführt werden. Uns hat es eher enttäuscht – kein Vergleich zu Himeji. Wir sind froh, diesen Zwischenstopp auf unserer Reise eingelegt zu haben.

Es war sehr schwül heute und wir hatten alle ein bisschen einen Hänger. Also sind wir in den nächsten Starbucks für einen leckeren Kaffee. Starbucks findet man hier übrigens wie Sand am Meer und weil der Kaffee nicht nur verlässlich lecker ist sondern auch sehr günstig im Vergleich zu Starbucks-Preisen in Deutschland (2,50€ für einen großen Cappuccino) gönnen wir uns den recht häufig.

Eigentlich wollten wir als nächstes eine Bootstour machen. Osaka ist nämlich durchzogen von einem Netz aus Kanälen und Flüssen (sie stammen aus den Wasserläufen des großen Flusses Yodogawa). Aber leider war das nächste Boot schon ausgebucht, sodass wir erstmal weiter gezogen sind. Mit der Metro ging es zur Osaka Central Main Station und von dort zu Fuß zum Umeda Sky Building: zwei 173m hohe, nebeneinander stehende gläserne Gebäude, die im oberen Bereich mit einer Art Brücke verbunden sind. Im 37. Stockwerk hat man im Außenbereich, dem ringförmig angelegten „Floating Garden Observatory“ einen wirklich großartigen Rundum-Blick.



Wieder unten angekommen sind wir noch ein bisschen durch die Umgebung geschlendert – ein riesiges Geschäfts- und Einkaufsviertel, sehr modern, an die 40 Wolkenkratzer dicht bei dicht. Und auch hier: Menschen, die wie Ameisen durch die Straßen ziehen. Der Wahnsinn!

Der Sohnemann hat letzte Nacht schlecht geschlafen und war ziemlich k.o., wir sind dann auf eine kurze Pause zurück ins Hotel.

Später haben wir wieder auf einen Happy Hour Drink in der Rooftop Bar zusammen gesessen, bevor es dann nochmal losging zum Abendessen in ein veganes Ramen Restaurant nur 15 Minuten Fußweg von uns entfernt. Wieder einmal ein guter Griff und extrem lecker. Danach nur noch zurück ins Hotel. Morgen gibt’s schon um sieben Uhr Frühstück für uns. Der Tag ist auf Wunsch eines jungen Mannes nämlich voll verplant.

09 – Osaka Tag 1

Und schon ging es weiter – Himeji war ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg nach Osaka, daher waren wir nur eine Nacht dort.

Weil es nur eine recht kurze Strecke bis nach Osaka ist, haben wir uns diesmal für den (Regional-) Zug mit Japan Rail entschieden. Der ist nicht ganz so schnell, aber deutlich günstiger. Für einen Sonntag war es erstaunlich voll im Zug und ich möchte nicht wissen, was hier an einem normalen Werktag los ist …

Vom Bahnhof in Osaka ging es noch ein Stück weiter in die Stadt mit der U-Bahn und dann noch ca. 800m bis zum Hotel. Gegen zwölf waren wir hier, Check-in war aber erst ab 15 Uhr. Wir konnten aber unser Gepäck hier parken und losziehen.

Das Hotel liegt in Shinsaibashi, einem lebhaften Distrikt im Herzen von Osaka. Zu Fuß können wir hier richtig viel erreichen und sind zunächst in das Viertel Amerika-mura (American Village) marschiert. Es gibt eine Fülle von Läden, viele Marken sind natürlich vertreten aber auch unendlich viele kleine schöne und weniger schöne unabhängige Lädchen. Ein stetiger Strom an Menschen fließt auch an so einem Sonntag durch die Straßen. Und wir haben uns ein bisschen treiben lassen. Schließlich sind wir in einer Flipper-Halle gelandet und haben tatsächlich einige Runden mit viel Spaß gespielt. Es war Gott sei Dank nicht ganz so viel los dort und vor allem nicht ganz so laut wie in den Pachinko-Hallen, die wir schon in Tokio gesehen haben. Sonst wäre es nicht auszuhalten gewesen.

Auf dem Rückweg zum Hotel fing es an zu regnen und wir sind ausgewichen auf eine der überdachten Einkaufspassagen, die sich über mehrere Straßenblöcke erstrecken. Diese war in Summe 2 km (!!) lang, wie wir später gelesen haben.

Im Hotel haben wir dann eingecheckt, ein bisschen entspannt und die Gelegenheit genutzt, ein Maschine Wäsche zu waschen. Eigentlich sollte gleich mit getrocknet werden, aber wir mussten dann doch unsere Zimmer noch ein bisschen „dekorieren“.

Nach einem Happy-Hour Drink in der Rooftop-Bar des Hotels ging es ins Nachtleben in Dotonbori. Wieder einmal unfassbar, wieviele Menschenmassen sich hier durch die Gassen schieben und ein Restaurant neben dem anderen um Gäste buhlt.

Wir hatten uns mithilfe von „Claude“ schon vorher für ein kleines veganes Restaurant entschieden, was sich mal wieder als Volltreffer herausstellte. Es war sehr besonders und es gab eigentlich nur zwei Gerichte, aber es passte alles. Die Bilder sprechen für sich.

Fun fact: Das ganze Restaurant OKO (über vier Stockwerke) wird von einer Frau alleine betrieben. Sie kocht und hat alles andere so organisiert, dass die Gäste mit einbezogen werden. Bevor man sich in einem der oberen Stockwerke einen Platz sucht, wählt man unten sein Essen aus und bezahlt es direkt. Getränke nimmt sich weiter oben jeder im Selfservice ( z.B. mit einer Bierzapfmaschine) und bezahlt in Münzen (wer keine zur Hand hat, muss nochmal runter und kann bei der Lady wechseln) . Ehrlichkeit wird vorausgesetzt und scheint zu funktionieren.

06 – Hiroshima – 06. August 1945 08:15 Uhr

Ein ganz besonderer Tag mit einem sehr bewegenden Besuch im Friedensmuseum und Friedenspark in Hiroshima.

Nach einem mäßigen Frühstück sind wir mit dem Bus direkt bis zum Friedenspark mitten in der Stadt gefahren. Gestartet haben wir aber mit dem Museum, was auf jeden Fall die bessere Entscheidung war, denn es erwarteten uns viele wirklich erschütternde und berührende Kommentare von Zeitzeugen, furchtbare und Bilder, Fotos und Texte.

Es war brechend voll, sehr viele Schulklassen waren unterwegs und natürlich viele Touristen. Aber trotz dieser Massen an Menschen gab es irgendwie eine ganz besondere Stimmung in den Räumen.

Danach draußen bei schönstem Sonnenschein durch den Friedenspark zu wandeln, tat schon fast gut und fühlte sich tröstlich an. Wenn auch hier die verschiedenen Mahnmale und Erinnerungs-Denkmäler einem immer wieder einen Kloß im Hals verspüren ließen. Die ewige Flamme dort im Park soll brennen, bis die letzte Atombombe von der Welt verschwunden ist. Wir fürchten die brennt noch sehr sehr lange…

Wir haben dann erstmal an einem schönen Fleckchen im Schatten bei einem leckeren Kaffee gesessen und uns bei einem kleinen Snack gestärkt und wieder gesammelt.

Auch der wunderschön angelegte Garten, den wir anschließend angesteuert haben, war sehr wohltuend und beruhigend. Der Garten nennt sich Shukkei-en und gilt als Meisterwerk der Gartenkunst. Ein Burgherr aus dem 17. Jhd. ließ ihn seinerzeit erstmalig anlegen.

Ein bisschen sind wir noch durch die Straßen gezogen, haben in einem veganen Restaurant sehr fancy, aber auch sehr lecker gegessen und waren am Ende doch später als erwartet zurück am Hotel.

04 – Tokio Tag 3 – Voll und noch voller

Heute sind wir erst sehr spät in den Tag gestartet. Erst einmal musste nämlich die Weiterreise geplant und gebucht werden.

So war es dann schon zwölf Uhr, als wir endlich losgezogen sind. Heute war der Sohnemann unser Reiseführer und hatte das Tagesprogramm zusammen gestellt.

Zunächst ging es mit der Metro in den Stadtteil Shibuya. Hier war nochmal eine ganz andere Stimmung und NOCH mehr los auf den Straßen. Die ersten Spots lagen dicht beieinander: zunächst die Statue des Hundes Hachiko – auf das Anstellen für ein frontales Foto haben wir verzichtet. Der gleichnamige Film mit Richard Gere ist übrigens wirklich sehenswert und beruht zudem auf einer wahren und traurigen Geschichte.

Gleich nebenan: Shibuya Crossing – eigentlich nur eine Kreuzung … bei dieser laufen aber bei jeder Grünphase bis zu 2500 Menschen aus unterschiedlichen Richtungen über die Kreuzung und das ist wohl Weltrekord. Ein Spektakel ist es allemal – sowohl, wenn man mittendrin ist als auch von oben.

Weiter ging es nur ein paar Blöcke weiter zum Shibuya Scramble Square Building. Ein 230m hoher Wolkenkratzer mit wirklich toller Aussichtsplattform. Den Fuji haben wir zwar nicht gesehen, aber es war trotzdem ein grandioses Panorama. Wir hatten Glück, dass es nicht geregnet hat – bei Regen wird die Plattform nämlich geräumt. Als wir wieder weg sind, haben wir gesehen, dass wir auch mit unseren spontan gekauften Tickets Glück hatten, denn nun waren für den Rest des Tages alle Tickets ausverkauft.

Für unser leibliches Wohl hat uns die Claude-KI auch heute wieder einen guten Tipp für ein veganes Essen in der Nähe gegeben. Ein Mini-Lokal mit max. 20 Plätzen – alle auf kleinen Höckerchen. Wieder hatten wir Glück und haben noch einen Platz ergattern können.

Als nächstes Stand ein bisschen Bummeln an, bevor es im The Matcha Tokio einen Matcha Latte und einen Matcha Coffee Latte – beide ice – gab. Der Mann wollte nicht und hat nur mal bei uns probiert. Es war erstaunlich gut, aber mein Lieblingsgetränk wird es wohl eher nicht.

Gestärkt ging es weiter und wir sind durch den größten Park Tokios, den Yoyogipark, geschlendert und haben den Iris-Garten und den Meiji Schrein bewundert- beides aus Edo Zeiten um 1600 (Tokio ist aus dem kleinen Fischerdorf Edo entstanden und hat mittlerweile über 37 Mio. Einwohner). Fast schon eine Oase der Ruhe inmitten des Großstadt-Trubels. Aber der hatte uns nach Verlassen des Parks schnell wieder eingeholt.

Es ging dann nach einem kurzen Fußmarsch zu einer Rooftop-Bar, von wo aus wir das Treiben von Shibuya Crossing noch einmal im Dämmerlicht und von oben bestaunen konnten.

Zum Ausklang des Tages ging es noch in den Nightlifedistrikt von Shinjuku. Ein Großangriff auf die Sinne …. es ist voll, laut und überall flackern Lichter in grellen Farben. In einer kleinen Bar irgendwo im vierten Stock – abseits von all dem Trubel konnten wir noch einen Absacker trinken, bevor wir uns auf den rund 45minütigen Heimweg gemacht haben.

#20 – Ende unserer Tour de France

Am Freitag haben wir den Regentag genutzt, um Strecke zu machen. Was ein Glück wir für unsere Stadttour in Lyon hatten. Im Regen wäre es nur halb so schön gewesen. So konnten wir ordentlich Kilometer machen und sind nach einem langen Tag und knapp 600 km auf einem CP außerhalb von Thionville direkt am Moselradweg gelandet. Gute drei Stunden vorher hatten wir noch versucht, in Toul einen Platz auf dem sehr schön direkt an der Stadtmauer gelegenen Wohnmobilstellplatz zu ergattern. Die Stadt klang sehr interessant für eine kleine Stipvisite und von dem, was wir im Vorbeifahren gesehen haben, hätte es sich sicher gelohnt. Aber leider sollte es nicht sein. Wir mussten frustriert weiterfahren, weil alle zwölf Plätze bereits belegt waren. In Thionville klang der städtische CP sehr nett und hatte den Vorteil, mitten in der Stadt zu liegen. Da hätten wir noch eine kleine Runde drehen können und vielleicht was essen können. Hätten ….. wenn es noch Platz für uns gegeben hätte. Vor mir bei der Anmeldung war eine Dame, die offensichtlich den allerletzten Platz bekommen hat. Der Monsieur an der Rezeption war extrem unfreundlich und genervt, als er mir sagte, er hätte nix mehr und wir hätten uns einfach früher melden sollen. Zitat: „sometimes you win, sometimes you loose“ …. danke für Nichts!

Wir mussten dann ein bisschen Gas geben, weil der CP etwas außerhalb um 19 Uhr schließen würde und die Dame am Telefon meinte, sie könne höchstens ein paar Minuten warten, bevor sie dann alles zumacht. Aber es hat ja dann geklappt und fünf Minuten vor Toreschluss waren wir da.

Nach einer sehr entspannten Nacht ging es zeitig weiter. Tagesziel war der Golfplatz in Bitburg. Hier hatten wir uns für 15 Uhr eine Startzeit gebucht und die Etappe war mit rund 100km recht kurz. Wir sind eine wirklich wunderschöne Strecke einmal quer durch Luxemburg gefahren. Traumhaft schön! Da wollen wir nochmal hin.

Heute nun steht also die finale Etappe bis nach Hause an. Die Sonne scheint, wir fahren durch die Eifel. Eine Strecke, die wir bis Trier vor vielen Jahren sehr oft gefahren sind, um meine liebe Schwester zu besuchen.

Gute vier Wochen liegen nun hinter uns und wir sind wieder einmal froh, dass wir alles aufgeschrieben haben. Wenn man so viel unterwegs ist, kommt man schonmal durcheinander, was wann wo war 😉 Es war eine tolle Zeit. Frankreich ist einfach ein schönes Reiseland und es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Die Cevennen waren diesmal definitiv unser Highlight.

Unsere Tour (mit zwei Lücken)

#8 – Antjes Wunschziel – Endlich erreicht!

So, heute war nun endlich mein großer Tag …. es ging nach Carcassonne. Namensgeber für das Spiel, von dem ich sehr (!) regelmäßig zum Abschalten eine digitale Runde gegen einen virtuellen Gegner spiele. Gerne aber auch „in Echt“ als Brettspiel.

Schon so lange wollte ich dorthin und als ich die Bilder von der Tour de France-Etappe, die hier endete sah, stand fest: diesen Urlaub muss es einfach klappen.

Wir sind also ziemlich entspannt gegen elf in Toulouse gestartet und waren knappe zwei Stunden später schon da. Wie sich später herausstellte, als wir gegen halb sieben zurückkamen, war das Glück auch heute auf unserer Seite, denn inzwischen war der Camping de la Cité komplett belegt. Er liegt rund 20 Minuten Fußmarsch entfernt und von unserem Stellplatz aus können wir sogar einen kleinen Blick auf die mittelalterliche Festung La Cité erhaschen (vom Dach des WoMos aus nochmal besser!). Die Stadt hat eine lange Geschichte bis zurück zu den Römern, heute ist sie UNESCO-Weltkulturerbe. Mehr dazu hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Cité_von_Carcassonne

Der Weg startet unmittelbar am CP und verläuft durch ein Wäldchen, entlang an einem kleinen Füsschen. Die Cité wird jährlich von rund 4 Millionen Menschen besucht, die meisten in den beiden Hauptmonaten Juli und August. Für 13€ pro Nase konnten wir heute ganz entspannt die Burg über einen Rundweg besichtigen und dann weiter über die gesamte Stadtmauern einmal rundherum laufen. Für uns hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Auch die Gassen der innenliegenden Altstadt waren sehr entspannt zum Durchschlendern und gegen Abend überhaupt nicht mehr voll.

Die Bilder sprechen für sich. Ich bin glücklich und zufrieden und kann diesen Ort nun von meiner persönlichen Bucketlist streichen.

Ringsrum und mittendurch

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#7 – Two in Toulouse

Immer wieder schön, kilometerlange Platanenalleen

Zeitig ging es am Golfplatz los, teils über Landstraße, teils über Autobahn. Gegen 12:20 waren wir fast da, aber dann ging es erstmal 500m rückwärts, weil die Schilder komisch standen oder wir es einfach nicht geschnallt haben. Nachdem wir dann Minuten später auch auf der richtigen und nicht gesperrten Straße waren, standen wir um 12:40 Uhr vor dem verschlossenen Tor des Campingplatzes.
Hinter dem Tor standen zwei Wohnmobile, die gerade angekommen waren und eines der vielen Schilder sagte uns, dass die Öffnungszeiten vormittags bis 12:30 Uhr waren und nachmittags um 14:30 Uhr wieder starten….. das konnte ja wohl nicht wahr sein! Nachdem wir minutenlang quasi die Straße blockiert hatten, öffnete sich doch noch die Schranke. Glück gehabt!

Schnell unseren zugewiesenen Platz bezogen, Müsli gegessen und dann per Bus und U-Bahn in die Stadt. Die Verkehrsanbindung mit den Öffis ist wieder einmal vorbildlich. Einfach Kreditkarte vorhalten – fertig! Das Ganze für 1,80€ pro Person pro Fahrt.

Wir sind am Capitol (dem Rathaus) ausgestiegen. Ein weitläufiger Platz, ringsherum eingerahmt von Arkaden. Leider waren irgendwelche Zelte aufgebaut, so dass es nicht sehr stimmungsvoll war.


Wir sind als nächstes zur Basilika Saint-Sernin gegangen, die als eine der schönsten Pilgerkirchen auf dem Weg nach Santiago de Compostela gilt. Ein beeindruckender, romanischer Bau.

Aber so richtig „angekommen“ waren wir noch nicht in der Stadt.
Es fühlte sich genauso an wie in Prag: wir wollten weg von den Haupt-Sehenswürdigkeiten und das eigentliche Leben spüren. Und das ist uns dann auch gelungen – insbesondere im Viertel St. Cyprien auf der anderen Seite der Garonne. Wir haben uns treiben lassen, hier und da eine Stop in einem Café oder einer Bar gemacht. Es war herrlich und gleich zweimal sind wir ins Gespräch gekommen mit unseren Tischnachbarn. Ganz nach unserem Geschmack! Leider mussten wir zum Schluss auf die Uhr schauen, um den letzten Bus, der uns um kurz vor neun zum Campingplatz bringen sollte, auch noch zu erwischen. Dieser ist wieder einmal für einen – in dem Fall den einzigen – Stadtcampingplatz wirklich okay und vergleichsweise ruhig.

Im Übrigen haben wir ganz nebenbei bei unseren netten Gesprächen erfahren, dass für morgen in ganz Frankreich ein Generalstreik ansteht. Alleine für Toulouse sind wohl 6.000 (!!!) Polizisten eingetroffen, um die Lage in Schach zu halten….. da haben wir wohl ein zweites Mal Glück gehabt, denn eigentlich hatten wir die Besichtigung der Stadt erst für morgen geplant und nur weil wir so früh da waren, sind wir schon heute los.

Mit der Stadt haben wir uns in der Kürze der schnell Zeit angefreundet, hier unsere Impressionen des Tages: