Jasper – 06.07.2022

Da gleich zu Beginn des Tages ein weiteres Highlight auf uns wartete, sind wir ohne Frühstück um 7.45 Uhr bei strahlend blauem Himmel los.

Über einen fast leeren Highway kamen wir eine knappe Stunde später am Columbia Icefield des Athabasca Glacier an und konnten direkt am unteren, kleinen Parkplatz parken. Wir hatten drei Optionen: mit einem Spezialbus bis auf die Gletschermoräne fahren und kurz auf dem Eis „spazieren“ (für 125 C$ pro Person), eine geführte 3h Tour für 120C$ p.P. oder einfach vom Parkplatz weg losmarschieren über einen abgesteckten Trail bis zur Gletscherzunge.

Eine Bustour auf den Gletscher kam für uns gar nicht in Frage, obwohl man dort relativ nah an der Abbruchkante gewesen wäre. Für eine geführte Tour gab es für heute keine Plätze mehr. Also sind wir selbst hochmarschiert, waren jedoch etwas enttäuscht, denn wir hatten doch gehofft, wenigstens etwas näher ans Eis dran zu kommen.

Aber es war ein imposanter Eindruck. Leider aber wird einem auch sehr deutlich vor Augen geführt, was die Erderwärmung bedeutet. Der Rückgang des Gletschers begann aber schon im Jahr 1906, damals reichte er noch bis zum oberen Parkplatz.

Für heute folgten noch drei weitere Wasserfälle: Tangle, Sunwapta und Athabasca. 12 Punkte bekommt von uns der Athabasca Fall, Sunwapta und Tangle kurz dahinter.

Tangle:

Tangle Falls

Sunwapta:

Athabasca

Unterwegs immer wieder gestoppt, um die Ausblicke zu genießen.

Gegen 17:00 Uhr waren wir in Jasper Town. Kein Vergleich zu Banff. Deutlich kleiner, beschaulicher, viel weniger Rummel, allerdings auch nicht besonders fotogen. Ein wenig die Beine vertreten, was gegessen und dann sind wir ein paar KM raus zu unserem heutigen, vorreservierten Campground Whistler.


Was für ein Riesending! Über 800 Plätze! Wenn man allerdings auf dem reservierten Platz steht, sieht man davon nicht viel. Die einzelnen Plätze sind, wie eigentlich immer in den Parks, sehr großzügig. Schön ist es nicht, aber dafür mückenarm. Mit der Erfahrung der letzten Wochen hätten wir uns die Vorreservierungen sparen können. Es gab genug Plätze unterwegs, auf denen wir (unter der Woche) noch einen Platz bekommen hätten.

Traumstraße – 05.07.2022

Gegen 10:00 Uhr ging es vom Mosquito Creek los, den Icefield Parkway, eine der Traumstraßen der Welt, vor uns.

Platz am Mosquito Creek

Wir konnten in einen trockenen Tag starten, es gab nur später am Tag heftigen Regen. Und der auch erst kurz vor Nordegg, das passte auch zu dem Ort 😉 

Entlang des Parkways traumhafte Aussichten in alle Richtungen auf Berge, Seen und  kleinere Gletscher. Immer wieder gab es mal kurze Stops für Fotos oder einfach nur zum Staunen.

Auf der Höhe des Bow Passes auf knapp 2.100 m ging es ab zum Peyto Lake. Zum Aussichtspunkt führt vom großen Parkplatz ein  ca. 1km langer geteerter Fußweg. Es war recht voll, auch dort kommen Busladungen an weiteren Touristen an. Aber der Blick runter lohnt sich wirklich!

Nächster längerer Stop am Mistaya Canyon. Runter zum Canyon waren es ca. 500m Waldweg. Auch gut besucht, aber nicht mehr so voll.

Ein paar Kilometer weiter sind wir dann auf den Highway 11 nach Osten abgebogen. In allen Führern als eine Alternative oder gute Ergänzung zum Icefiled Parkway genannt. Eine wirklich schöne Strecke, lohnenswert bis zum Abraham Stausee, danach das Stück bis Nordegg war dann vergleichsweise langweilig

Der Ort Nordegg selber war ein totaler Reinfall. Es gibt zwar einen Golfplatz, zwei Tankstellen und einen General Store, der hatte aber generell nix außer Chips. Noch nicht mal Toast! Wir dachten, dass der erste Ort nach über 100km einen halbwegs sortierten Supermarkt hat , weil wir gerne noch was eingekauft hätten. Zudem haben wir dort auch auf Mobilfunk-Abdeckung gehofft, um die letzten beiden Tage in den Blog zu laden.

Aber so gab es weder das eine noch das andere, am Ende war es gute 60km Umweg für Nüsse.

Jetzt haben wir schon den dritten Tag in Folge, den wir mangels Netzwerk nicht am Blog arbeiten konnten. Und wenn es mal kurz einen Funknetzwerk auf dem HW 11 gab, war es nicht möglich, darüber irgendwas hochzuladen. Also sammeln wir weiter die Entwürfe offline und haben dann (in Jasper?) viel tun. Und außerdem hat es ja auch was Entschleunigendes.

Am Ende des Tages kamen wir nach dann doch 234km gegen 17:00 auf dem Thompson Creek PP an. Wir hatten schon schönere Plätze, aber er liegt super günstig für die  morgige zweite Hälfte des Icefield Parkway bis Jasper. Es gibt sehr sehr viele Mücken, nach ein paar mückenlosen Tagen kam unser Anti- Mücken-Zelt mal wieder zum Einsatz und wir haben lange bei Lagerfeuer draußen sitzen können.